Es ist mal wieder soweit gewesen - ich habe mein Notebook gewechselt. Anlass war die Tatsache, dass mein privates Equipment zu Beginn des Jahres in mein neues Büro gewandert ist, und mir so zu Hause nur noch mein kleines FSC Amilo Si1520 geblieben ist. Das Ding ist eigentlich hervorragend ausgestattet (120 GB Platte, 2GB DDR2-RAM, 1,86 GHz Core Duo), hat aber trotzdem einen riesen Nachteil: mit der Auflösung von 1280x800 kann man einfach nicht über einen kurzen Zeitraum hinaus arbeiten. Und so sehr ich auch vorhatte, das nur noch im Büro zu tun, die Wirklichkeit sieht halt dann doch etwas anders aus.

Also habe ich für "private" Mach-mal-bis-morgen-früh-was-fertig-Sessions und gemeinsame Meetings und Coding-Sessions bei Partnern ein neues Notebook gesucht. Voraussetzungen: es sollte sich noch um ein wirkliches Notebook handeln, d.h. mobil sein und keine 3 Kilo wiegen, von einem vertrauenswürdigen Hersteller kommen, mindestens 2 Jahre Garantie bieten und eine Auflösung von mindestens 1400x1050 besitzen.

Ergebnis meiner Recherche: die einzigen Geräte, die diese Anforderungen erfüllen, stammen von IBM/Lenovo oder Dell. Also habe ich mich mal in der vermeintlichen Königsklasse umgesehen. Dell schied ob seiner furchtbar hässlichen Gehäuse schnell aus, übrig blieb die T-Serie von Lenovo, genauer ein T43p oder ein T60.

Nachdem ich mir bei Daniel Infos aus erster Hand eingeholt, und ein wenig im Thinkpad-Forum gelesen hatte, stand der Sieger fest: ein Thinkpad T60. Mit 1400x1050er Auflösung auf 14,1", keinen 2,3 Kilo Gewicht, einem schön flachen Gehäuse samt Magnesium-Deckel und 3 Jahren Garantie, genau was ich gesucht hatte.

Seit gestern habe ich es nun, und was soll ich sagen: die ersten Eindrücke sind durchwachsen.

Positiv:

  • Es ist absolut Vista-tauglich, selbst nach einer Neuinstallation wurden alle Treiber sofort erkannt.
  • Das Software-Angebot von IBM/Lenovo ist einfach nur geil. Es ist das erste Gerät überhaupt, bei dem ich die versteckte System-Partition - aus gutem Grund - nicht platt gemacht habe.
  • Die Tastatur ist einfach hervorragend, die Haptik sogar besser als bei meinem alten Samsung X20.
  • Die Auflösung ist wie maßgeschneidert für die 14", man muss sich wirklich keine 15" antun.
  • Das Gehäuse selbst macht einen sehr guten Eindruck, das Gerät ist sehr gut verarbeitet.
  • Bei welchem Consumer-Gerät kann man den DVD-Brenner einfach rausziehen und durch einen Akku ersetzen? Nicht bei vielen.
  • Gutes Touchpad.
  • Das Ding wird einfach nicht heiß - selbst nicht am Unterboden nach mehreren Stunden Betrieb.

Negativ:

  • Der Lüfter läuft unter Vista permanent - zwar nur selten zu hören, und in Büro-Umgebung absolut nicht störend, muss ich zu Hause schon Musik anmachen. Nimmt man es ganz genau, hört man auch noch ab und an ein kleines Zirpen und Fiepen - aber nur wenn man wirklich genau hinhört.
  • Die Festplatte (Hitachi) ist unangenehm laut. Neben einem permanenten Grundrauschen, hört man auch jeden Schreibzugriff.
  • Der Akku wackelt! Ich habe es im Laden leider übersehen, und erst gestern abend bemerkt. Ich dachte mir, das kann ja nicht wahr sein. Ist es aber. Abhilfe haben 2 Stück Pappe geschaffen, die ich einfach drunter geklemmt habe - jetzt wackelt nix mehr. Da es auch an dieser Stelle glücklicherweise nicht heiß wird, habe ich auch kein ungutes Gefühl dabei. Bei einem Gerät dieser Kategorie trotzdem inakzeptabel.

Fazit:

Bis jetzt habe ich meinen Kauf nicht bereut, aber bereits eine neue Festplatte bestellt, in der Hoffnung auf absolute Stille B-). Mal sehen wie lange die Freude anhält.

Kommentare

#1 Michael Schwarz schrieb am Mittwoch, 14. Februar 2007 08:45:00:
Na, das hört sich ja an wie mein Dell D820, außer dass meins noch leiser ist. Auch die 100GB Festplatte ist super leise, höre eigentlich fast nichts. Lüfter ist immer ganz leise an, hört man aber nicht wirklich.

Das mit dem Austauschen des DVD Laufwerks gegen einen Akku kann man bei den Latitude Modellen schon lange. Ich komme auf ca. 4h bei Verwendung des Visual Studios. Demnächst bekomme ich eine SanDisk Flash Festplatte, darauf bin ich schon gespannt.
#2 TOM_MUE schrieb am Mittwoch, 14. Februar 2007 19:12:00:
Ich hatte es auch nie bereut ein IBM Thinkpad R51 kekauft zu haben. Leider musste ich es in der alten Firma lassen und so trauer ich ihm heute nach. Mit dem großen 9Zellen Akku, hatte ich es mit Visual Studio unter XP auf 8h-9h Laufzeit gebracht. Mein DELL heute schafft 2,5h. Man(n) kann nicht alles haben ;-) Schade finde ich bei IBM/Lenovo nur, dass keine 17" Notebooks angeboten werden. Visual Studio macht bei 17" und einer Auflösung von 1920X 1200 einfach mehr Spass! Aber es gibt keinen anderen Hersteller, der diese Quallität und Zuverlässlichkeit anbieten kann.
#3 Thomas schrieb am Mittwoch, 14. Februar 2007 20:21:00:
@Michael: ich habe ja geschrieben, "Consumer-Notebooks". Auch wenn Acer und Samsung nachziehen, es sind dann doch die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen.

@Tom: Für 17" sehe ich irgendwie keine wirkliche Daseinsberechtigung - wer will das denn täglich mit sich herumtragen? Da würde ich gleich einen Desktop aufstellen, dann hat man nicht nur ne schöne Auflösung, sondern auch noch nen ergonomischen Arbeitsplatz! ;)

Grüße
#4 Michael Schwarz schrieb am Mittwoch, 14. Februar 2007 20:28:00:
Ich habe mir das D820 auch als privates Notebook gekauft, verwende ich daheim als Desktop Ersatz, und halt auch mal auf Vorträge usw. Mir haben die Notebooks für Privatleute bei Dell (Inspirion) nicht gefallen, deswegen habe ich Latitude genommen. Das mit dem Akku z.B. anstatt CD Laufwerk finde ich auch als Privatmann super, und das gibt's sonst fast nirgends.
#5 Thomas goes .NET schrieb am Sonntag, 26. Oktober 2008 22:32:00:
Ich bin seit nun knapp 2 Jahren zufriedener Besitzer eines IBM/Lenovo Thinkpad T60. Das ist mein 6. Notebook, zum Vergleich: mein erstes habe ich mir 2003 gekauft, d.h. ich hatte in knapp 4 Jahren zuvor 5 verschiedene Geräte, das T60 hält sich nun al ...

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