Was bin ich froh.

Nicht wegen des Ergebnisses meiner Mission, sondern ob der Tatsache, dass mal wieder die Vernunft bei einer (Nicht-) Kaufentscheidung gesiegt hat. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann es das letzte Mal so war. Ach doch, da ging es um das gleiche Thema:

Digitales Fernsehern. Oder viel mehr: Aufnahme des selbigen.

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt rechtzeitig zur WM eine Lösung zur Aufnahme von digitalem TV anzuschaffen. Man hat schließlich nicht umsonst das Alle-64-WM-Spiele-Live-Paket gekauft. Und überhaupt, die vielen guten Filme die auf Premiere 1-7 laufen, könnte man auch bei einem 36-Stunden-Tag nicht alle ansehen.

Also habe ich etwas gesucht, was meine Bedürfnisse nach digitaler Unterhaltung für die Ewigkeit befriedigt. In Frage kamen dabei vor allem folgende Varianten:

1. Die PC-Only-Variante

Dabei hätte ich mein Kabel-Signal gesplittet und eine Leitung zur neu angeschafften TV-Karte für den PC gelegt. Selbige hätte dann mit einem CI/CAD-Modul und Premiere-Smartcard auch das Premiere-Programm entschlüsselt und auf Platte gespeichert.

Nachteil: entweder läuft es immer über den PC, der dann beim TV-Schauen immer an sein muss, oder man steckt ständig die Smartcard zw. Receiver und TV-Karte hin und her. Zu unpraktisch, gestrichen.

2. Die Deluxe-Variante mit Festplattenreceiver

Glücklicherweise hatte die c't-Redaktion kürzlich meinen Wunsch vorausgeahnt und einen großen Praxistest veranstaltet: vom digitalen Signal aus der Dose zur perfekt gebruzzelten und legalen DVD, mit allen Tonspuren und sonstigem Schnickschnack (Stichwort Untertitel). Ein Traum. Besser, ein Alptraum.

Davon abgesehen das es genau 2 in Frage kommende Geräte (Grobi, Topfield) für DVB-C auf dem Markt gibt, sind beide auch noch für minimum 400 EUR (!!!) zu haben und mit Fehlern in der Software behaftet, wie man sie sonst nur bei einem Linux-PC erwarten würde.

Beide wurden dennoch von der c't für tauglich befunden, die digitalen Daten auf den PC zu schaufeln, wo man sie dann mühsam weiterverabeiten kann. Alles in allem für meine (trotz gutem Vorsatz) 5 Aufnahmen im Jahr nicht nur zu teuer, sondern auch zu umständlich. Und zu unausgereift.

3. Der DVD-Recorder

Schluchzend habe ich mich dann nach Ausschluss meiner von Anfang an preferierten 2. Variante quasi geistig schon dazu entschieden einen DVD-Recorder anzuschaffen. Aber als ich da die Preise für halbwegs taugliche Geräte gesehen habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen. Für Sachen wie digitale Programmzeitschrift, gute Aufnahmequalität und leise Lüfter kann man 400 EUR aufwärts hinlegen. Und dafür bekommt man dann digitale Daten, die auf dem Weg zur Platte schonmal analog waren, und nur ein Audio-Signal: das nämlich, was man ihm zur Aufnahme gibt. Wo man beim nächsten Knackpunkt ist: aufgenommen werden kann immer nur, was auch tatsächlich gerade aus dem Receiver rauskommt. Somit muss man auch das kucken, oder man schaut während der Aufnahme das optisch schlechtere analoge TV-Angebot. Ätzend.

Fazit

Ich sehe es nicht ein für überteuerte und nicht ausgereifte Lösungen 400 EUR oder mehr hinzulegen. Dafür kann ich immerhin über 130 Filme aus der Videothek ausleihen, 50 Mal ins Kino gehen, oder das Geld für andere Sachen verkloppen. Wie zum Beispiel für ein kleines Autorennen für die XBox, und das offizielle EA-Sports-Fifa-Game zur WM. Das hab ich mir dann nämlich vor lauter Frust im Mediamarkt mitgenommen.

Und damit ist das Thema für mich bis zur Anschaffung eines HDTV-Fernsehers (noch so ein krankes Thema ...) erledigt.

P.s.: Aufgenommen werden die wichtigsten WM-Spiele nun einfach über den DVB-T-Empfänger der bei uns im Büro vor sich hinstaubt. Taugt auch fürs Archiv.

Update:

Späte Erkenntnis: es geht wohl auch mit einer gemoddeten DBOX2 mit Neutrino-Linux drauf, für weniger als 100 EUR. So eine müsste bald unterwegs zu mir sein. Ich bin gespannt.

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