Ja was war das denn? Zufällig bin ich beim zappen auf "Talk der Woche" auf Sat1 gestoßen. Eine mir bis dato völlig unbekannte Moderatorin Bettina Rust moderierte mehr oder weniger eine illustre Runde mit Harald Schmidt, Otto Schily und Giovanni di Lorenzo (WeltZeit-Chefredakteur). Laut Programminfo sollte es um Themen wie TV-Duell, Kampf gegen den Terror und anderes Polit-Zeug gehen, also typisches Christiansen- oder Illner-Format.

Stattdessen diskutierten die 4 eine viertel Stunde (mehr konnte ich leider nicht mehr sehen) über Fußball, und das sehr unterhaltsam - vor allem weil eben Bettina Rust als völlig unwissende das Gespräch auch noch zu moderieren versuchte.

Wirklich witzig, ich denke nächste Woche schalte ich wieder ein.

http://www.sat1.de/lifestyle_magazine/talkderwoche/

Kommentare

#1 Hans Pickelmann schrieb am Montag, 8. August 2005 15:00:00:
Ich habe mir die ersteren Teile in denen es noch um ach so tolle gesellschaftspolitische Themen ging wie:
"Ein unvorstellbares Verbrechen schockiert Deutschland: Wer trägt Schuld am grausamen Babymord?"
oder
"Im Visier der Attentäter: Wie viel Härte braucht es im Kampf gegen den Terror?"

Schon die Titelthemen der einzelnen Blöcke waren meiner Meinung nach Boulevard-Niveau. Und ich wurde (was einem bei SAT1 ja eigentlich nicht wundern dürfte) weiter aufs Bitterste enttäuscht.
Fazit: Mehr als undifferenziertes Gelaber auf Stammtischniveau war es leider nicht. Ein weiterer Schritt in der “VerSabineChristianisierung“ der politischen Auseinandersetzung in der es jeden Sonntag wieder mal „Fünf vor zwölf“ ist und im Grund nichts anderes als die Totalreform helfen kann (in „studentischen politischen“ Zirkeln nannte man dies zu 68Zeiten auch schon mal Systemüberwindung - nur mit anderen politischen Vorzeichen). ;-)

PS:
Giovanni di Lorenzo ist zum Glück noch nicht soweit "abgerutscht", dass er sich der Springerpresse anbiedern muss und bei dem konservativen Blatt "DIE WELT" angeheuert hätte.
Giovanni di Lorenzo ist zurzeit der Chefredakteur des Wochenblattes "DIE ZEIT" und Mitherausgeber der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel".
#2 Thomas schrieb am Montag, 8. August 2005 19:40:00:
jut, vertan. und wie gesagt, ich hab nur die letzte viertel stunde gesehen - und die war super.
#3 Hans Pickelmann schrieb am Montag, 8. August 2005 21:54:00:
Hab auch was gelesen, dass sie es ja selber eher als Infotainment sieht was sie da macht... und somit den Anspruch an aufklärerischen Journalismus natürlich reduziert.

"Infotainment ist zwar mittlerweile ein abgenutzter Begriff, aber es ist genau das, was ich will."

also könnte, je nach dem wer geladen ist, ganz unterhaltsam werden... nur den gesellschaftspolitischen Wurf des 21. Jahrhunderts bzw. einen "anständigen" politischen Diskurs sollte man nicht erwarten.
#4 Thomas schrieb am Montag, 8. August 2005 22:19:00:
Tue ich ja auch nicht, wie auch - wenn ich mich darüber amüsiere, wie Harald Schmidt mit Schily über Fußball philosophiert.

Aber gerade der Punkt "Infotainment", also dass sie sich eben nicht so ernst nimmt, macht die Sache eben interessant und locker. Ich habe halt die erste dreiviertel Stunde nicht gesehen, aber bei Christiansen wäre die Diskussion halt nicht von Terror und Babymörderin auf Fußball "abgerutscht" ...

Ich schaus mir einfach nächste Woche nochmal komplett an .-)
#5 Hans Pickelmann schrieb am Dienstag, 9. August 2005 00:37:00:
ich auch... Gesetz dem Fall ich denke dran... ;-)

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