Eigentlich bin ich ein wenig neidisch auf trnd, das Konzept hinter der Sache und die Umsetzung würde ich mir gerne selbst auf die Fahnen schreiben können, ein wirklich schönes Projekt, und ausnahmsweise auch eins mit kommerziellem Potential, was im tollen "Web 2.0" nicht alltäglich ist.

Bis ich dann auf eines der trnd-Projekte gestoßen bin: http://payback.trnd.com/. Was soll ich sagen: ich bin fassungslos. Erstens darüber, dass soetwas überhaupt unterstützt wird, und zweitens über die Naivität der User, um nicht zu sagen diese grenzenlose Dummheit Unwissenheit. Man lese einmal den "Bericht von trnd-Partnerin sarahmina.", und die dazugehörigen Kommentare.

Mir dreht sich da der Magen um. Es ist einer der Momente, wo ich mich frage, ob ich mit meiner Ethik überhaupt "ins Business" passe (Ich glaube so muss sich die PDS nach ihrem Einzug in den Berliner Senat gefühlt haben, als sie heraus aus ihrer roten Blubberblase auf die Realität eines bankrotten Landes gestoßen sind).

Kommentare

#1 .Rob schrieb am Donnerstag, 14. September 2006 15:01:00:
Ahoi! Die erste Seite der Medaille freut mich natürlich :D Und zur anderen Seite bzw. zur angesprochenen Ethik möchte ich ein paar Worte sagen: Wir überlegen uns bei trnd ziemlich genau, welche Projekte wir machen und welche nicht. Beispielsweise sagen wir alle Tabak, Glücksspiel und Politikanfragen ab ... obwohl von solchen Seiten durchaus lukrative Anfragen kommen ;D

Bei PAYBACK fanden wir interessant, dass es sich um ein immaterielles Produkt handelt (sowas hatten wir bis dato noch nicht gemacht, also schwierig und eine Herausforderung) und dass viele trnd-Partner bereits vor dem Projektstart Besitzer einer PAYBACK Karte waren (das hat eine Umfrage im Netzwerk gezeigt). Also wunderbar für ein trnd-Projekt geeignet, um Unternehmen und Fans/Interessenten in Dialog zu bringen.

Was stört Dich denn an dem Projekt, bzw. diesem Bericht?
Gruss,
.Rob
#2 Thomas schrieb am Donnerstag, 14. September 2006 15:54:00:
Das Payback für mich die Synonym gewordene Volksverdummung bedeutet, was sehr gut in dem Bericht allein mit dem Satz

"eine unglaubliche Möglichkeit einen großen Teil des ausgegebenen Geldes wieder zurückzubekommen."

illustriert wird.

Beschäftigt man sich einmal näher mit diesem "immateriellen Produkt", sollte man schnell feststellen, was dahinter steckt - nämlich nichts als die Erfassung von so vielen Daten wie möglich über eine Person.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte den Datenschützer Ihres Vertrauens. Oder schalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein.

Gruß
#3 .Rob schrieb am Donnerstag, 14. September 2006 17:41:00:
Naja, was das Datenschutz Thema angeht, das haben wir einerseits auf dem Blog, als auch in Umfragen (z.T. heiss) diskutiert. Gehört ja auch zum Dialog innerhalb eines solchen Projekts dazu ;D

Und ganz allgemein interessiert sich nun mal jeder für unterschiedliche Dinge. Der eine steht auf Handys, der andere auf Hardware von Apple und der Dritte sammelt eben gerne Punkte. Und all diese Leute erzählen auch gerne über ihre "Hobbys". Bei diesem trnd-Projekt waren 62% (grad nochmal nachgeschaut) der Teilnehmer bereits vor dem Projekt PAYBACK-Nutzer und Punktesammler, die restlichen Teilnehmer haben sich angemeldet, weil sie es (wahrscheinlich) interessant fanden mit den PAYBACK Leuten und uns zu diskutieren. Aber grundsätzlich wahrscheinlich einfach Geschmackssache :D
#4 Thomas schrieb am Donnerstag, 14. September 2006 18:52:00:
Vielleicht hab ich mich einfach falsch ausgedrückt: für mich ist das alles mehr als grenzwertig, tendenziell kriminell. Es wird getrickst, geblendet und verarscht (nicht euer Projekt sondern das Produkt selbst).

"Das geht mir einfach gegen den Strich".

Was ich zum Ausdruck bringen wollte, ist lediglich, dass ich mir nie vorstellen könnte mit solchen Unternehmen Geschäfte zu machen.

Gruß, Thomas

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