Das Buch handelt von einem zu Beginn 10-jährigen afghanischen Jungen, der von seiner Mutter aus Furcht vor den Taliban beziehungsweise Paschtunen nach Pakistan geschmuggelt wird. Und der dort von ihr zurückgelassen wird, als sie eines Tages ohne Ankündigung zurückkehrt, um sich um ihre anderen Kinder zu kümmern.
Was dann folgt ist eine Reise über viele Jahre und durch viele Länder - seine Route führt von Pakistan und den Iran über die Türkei und Griechenland bis zu seinem schlussendlichen Bestimmungsort - Italien.
Das Besondere daran: die Geschichte ist nicht erfunden, sondern wahr. Und wenn man dann liest, wie er zusammen mit anderen afghanischen Flüchtlingen in einer haarsträubenden Aktion im Sommer 2003 mit einem kleinen Gummiboot von der türkischen Küste nach Lesbos gefahren ist, dabei einen Gefährten auf dem offenen Meer verloren hat und anschließend ohne einen Cent oder Kleidung in einem Supermarkt von staunenden Touristen beim Klauen erwischt wird, und man selbst um diese Zeit nicht weit entfernt, auf Kos, am Strand lag, dann stockt einem doch schon der Atem ...
Es sind Geschichten wie diese, die einen erden können und gleichzeitig das Bewusstsein dafür schärfen, dass diese Welt, in der wir leben, weder gerecht noch schwarz/weiß ist. Und dass es aber doch neben den vielen tragischen auch hin und wieder ein paar glückliche Fügungen gibt.