E-Mail von mir am 19.11.2009

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Erstaunen habe ich Ihr Schreiben vom 13.11.2009 zur Kenntnis genommen, in dem Sie mir mitteilen, dass ich mich nach Änderung meines Sky-Abonnements ab sofort auf eine Lieferung auf meine Kosten für 2,20 EUR je Ausgabe freuen könne.

Ich habe das Abonnement mit Ihnen nie abgeschlossen und wollte die TV Digital auch niemals haben. Leider waren aber weder Premiere/Sky noch Ihr Haus willens oder in der Lage, die Belieferung einzustellen bzw. das Abonnement zu kündigen, trotz mehrmaliger Versuche meinerseits dies durchzusetzen.

Immerhin konnte ich Sie soweit bringen mir eine - mir vorliegende - schriftliche Bestätigung der Einstellung der Belieferung mit Ablauf meines Sky-Vertrags zu senden. Aber anscheinend weiß bei Ihnen die linke Hand nicht, was die rechte tut, weshalb Sie mir nun freudig den Fortbestand des Abonnements bestätigen.

Ich fordere Sie hiermit auf, das Abonnement zu beenden und sämtliche über meine Person gespeicherten Daten in Ihren Systemen zu löschen.

Sollten Sie dem nicht folgen und mich weiter mit diesem Stück Müll beliefern, werde ich jede einzelne Ausgabe unfrei an Sie zurücksenden. Sollten Sie es wagen, den Preis von mir über eine niemals gegebene Bankverbindung einzuziehen, wird jede Abbuchung zurück gebucht.

Gleichfalls werde ich die Angelegenheit in diesem Fall an meinen Anwalt übergeben."

Antwort des Abonnenten-Service TV DIGITAL am 20.11.2009

"Sehr geehrter Herr Bandt,

vielen Dank für Ihren Hinweis.

Wir bedauern, Ihnen fälschlicherweise ein Abonnement der TV DIGITAL eingerichtet zu haben. Die Mitteilung, dass Sie diesen Auftrag wünschen, sowie Ihre kompletten Daten, haben wir durch die Mitarbeiter von Premiere erhalten. Selbstverständlich werden wir die Belieferung zur Ausgabe 25/09 einstellen.

Bisher gelieferte Hefte sind für Sie kostenfrei. Sollte Ihnen dennoch eine Rechnung zugehen oder Beträge von Ihrem Konto abgebucht werden, werden wir dieses umgehend korrigieren. Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir Sie um Entschuldigung.

Über Ihre Entscheidung, die TV DIGITAL dennoch weiter zu lesen, würden wir uns sehr freuen. Gerne können Sie auch unseren Online Service nutzen. Unter www.tvdigital.de/aboservice haben Sie die Möglichkeit uns bequem Ihre Adressänderung, Einzugsermächtigung, eine Reklamation oder Ihre Urlaubszeit mitzuteilen. Möchten Sie Freunden und Bekannten eine Freude mit der TV DIGITAL machen, oder haben Fragen zu Ihrem Abonnement? Bitte haben Sie keine Scheu, unseren Kundenservice täglich zwischen 09:00 und 19:00 Uhr telefonisch in Anspruch zu nehmen - wir haben ihn nur für Sie eingerichtet."

Und was dann geschah ...

Zunächst war ich ja positiv überrascht, dass man sofort auf mein Anliegen reagiert hat. Es war zwar nichts davon zu lesen, dass man meinem Wunsch nach Datenlöschung nachkommen will, aber immerhin schien ich das Abonnement los zu sein. In dem Moment beschloss ich dann die Sache zu vergessen, hatte ich in den vergangenen Jahren doch genug Energie darin investiert (Briefe, Anrufe, Einschreiben - ich bin dieses Abo, was ich wirklich nie bestellt habe und nie wollte, wirklich nicht losgeworden!).

Wie man nun sowohl bei Premiere/Sky als auch beim Axel Springer Verlag mit sensibelsten Kundendaten umgeht, weiß ich aber spätestens seit dem Blick auf mein Bankkonto von heute Morgen:

Noch Fragen? Die angekündigte Rückbuchung habe ich bereits durchgeführt, ich nehme an, dass ich damit jetzt Hunde der Inkasso-Abteilung wecken werde. Ich bin mir noch nicht ganz sicher ob ich noch eine Mail mit kurzer Info dazu an sie schicke oder einfach warte, und mir dann tatsächlich mal einen Anwalt nehme. Dann hätte die Geschichte wenigstens noch einen Lerneffekt für mich.

Kommentare

#1 Thorsten Hans schrieb am Mittwoch, 9. Dezember 2009 11:38:00:
Ist ja mal wieder typisch...
ich würde direkt den Anwalt einschalten, Inkasso wird definitiv von deren Seite kommen.

Gruß und viel Glück beim Aufstand! ;)

Thorsten
#2 Martin schrieb am Mittwoch, 9. Dezember 2009 15:56:00:
Hatte auch mal einen ähnlichen Fall mit einem Spielemagazin durch eine Namensverwechslung. Hab mich diesbzgl. damals ganz entspannt zurückgelehnt und denen gesagt Sie dürfen mich liebend gerne verklagen (was auch angedroht wurde) und dem Gericht gerne meine (natürlich nicht vorhandene) Unterschrift zum Abo vorlegen ;)
Anwalt würde ich nur empfehlen wenn es die Haftpflicht übernimmt. Ansonsten bleibst du evtl. beim Ausbleiben einer Klage auf den Anwaltskosten sitzen...
#3 Martin schrieb am Mittwoch, 9. Dezember 2009 15:57:00:
PS: Haftpflicht sollte natürlich Rechtsschutz heißen ;)
#4 Thomas schrieb am Mittwoch, 9. Dezember 2009 16:26:00:
Klar, würde mir natürlich vorher eine Deckungszusage der Rechtsschutz einholen - aber wozu hab ich die denn, wenn nicht für solche Spezialisten ;)
#5 Thomas goes .NET schrieb am Donnerstag, 7. Januar 2010 20:23:00:
War ja klar, dass da noch was kommen musste ...


"Lieber Abonnenten-"Service" des ASV,
mit Schreiben vom 17.12.2009 teilen Sie mit, dass Sie 11,17 EUR von mir haben möchten, unter anderem 3,77
EUR Bankgebühren für einen Rückläufer.
#6 Mike schrieb am Freitag, 23. April 2010 11:03:00:
Auch ich bin in so eine Falle getappt. Meine Mail an Axel Springer:

“Ist es seitens Axel Springer seriös, dem Kunden auf der Haupseite (Liste aller Abos) ein Handy als “Geschenk”, und auf der Landingpage (erste Bestellseite) ein “Gratis”Handy (dickes Gratissiegel über dem Handy!) schmackhaft zu machen, um dann auf der letzten Seite im Kleingedruckten noch schnell den Zusatz “+CallYa Paket” zu verstecken?

Ich werde mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen dieses Verhalten mit der im Netz üblichen Darstellung zu Abofallenbetreibern und deren “kleindruckten und in viel Text“ versteckten Preisen zu vergleichen, aber von einem Verlag, der für sich selber in Anspruch nimmt bis 2010 zu “Europas kundenfreundlichstem Medienhaus” zu werden hätte ich (der in diese Art „Kundenbindung“ getappt ist) mehr erwartet.”

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