Antwort, Kopie per E-Mail:

Sehr geehrter Herr Raabe,

bzgl. Ihres Artikels/Pressemitteilung kann ich leider nur mein absolutes Unverständnis äußern. Wenn Sie das Internet "seit Beginn" nutzen, sollten Sie inzwischen eine entsprechende Kompetenz aufgebaut haben, die Sie hier klar vermissen lassen. Mit Verlaub: Sie haben bis heute nicht begriffen, worum es in der Petition und allem drumherum gegangen ist. Sie begreifen auch nicht, dass das Sperren der Seiten selbst heute zwar noch keine Zensur darstellt, sehr wohl aber die technische Infrastruktur für eine solche in diesem Zug installiert wird. Und das man zum Umgehen heute auch als Laie nur 20-30 Sekunden benötigt und dafür keinerlei kriminelle Energie notwendig ist, hätten Sie ebenfalls mitbekommen, hätten Sie sich mit den Argumenten Ihrer (Ex-) Wähler einmal beschäftigt.

Dass Sie nun die Gründung des Ortsverbands der Piratenpartei nicht verstehen können passt ins Bild.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kollegen viel Erfolg beim "Projekt 18" der Bundestagswahl. Eine Partei voller Fachidioten und Ignoranten hat es sich verdient, sich min. 4 Jahre auf die Oppositionsbank zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Kommentare

#1 Karsten schrieb am Freitag, 10. Juli 2009 13:59:00:
Zeigs ihnen! Die zeigen alle so deutlich, wie wenig sie vom Internet (und verschiedenen anderen Dingen verstehen), sie brüllen förmlich nach Opposition. Ich überlege ja immer noch, eine eigene Partei zu gründen - den Nachfolger der Sozis, aber mit Wissen, Ahnung und Relevanz.
#2 Thomas schrieb am Freitag, 10. Juli 2009 14:23:00:
Der Ex-Genosse möchte nicht diskutieren: http://bit.ly/cUJ11

Bzgl. eigener Partei: Gysi und Lafontaine sprachen in einem frühen gemeinsamen Interview, weit vor der Hartz IV und der WASG, einmal davon, dass es für sowas eine "Bewegung in der Bevölkerung" geben müsse. Und so wie ich das sehe, gibt es die nicht in breiten Teilen. Bei den Netz-affinen Menschen besetzt das Thema die Piratenpartei, bei den anderen ist der Sidepunkt noch nicht erreicht.

Letztendlich sehe ich da eher die Gefahr, dass man sich zum Kasper macht, wenn man selbst irgendwas startet. Siehe meine Ex-Landrätin, die jetzt ihre Partei für Liebe und Frieden hier in Bayern gegründet hat (http://freieunion.de/).
#3 Thomas schrieb am Freitag, 10. Juli 2009 14:24:00:
Ach ja - für Lafontaine und Gysi war dann die Bewegung in Form der breiten Proteste gegen die Agenda 2010 Realität geworden, daher dann auch die Berechtigung für die Linke, die sich ja dann auch in allerlei Wahlergebnissen widerspiegelte.
#4 Karsten schrieb am Freitag, 10. Juli 2009 14:28:00:
Das ist der gleiche Standardbrief, den ich auch vom Thierse bekommen habe. Mir fällt ein, dass ich den noch veröffentlichen will. ;-)

Bezüglich breiter Bewegung: Ich sehe da schon einen Punkt: Viele Bürger wollen sowas wie die SPD, aber eben nicht mehr als SPD. Die wollen was Neues mit ähnlichen Standpunkten und Ideen. Keine Linkspartei (zu links), keine Grünen (Ökospinner - nicht meine Meinung!), keine Piraten (die Bösen aus dem Netz).

Insofern sollte man drüber nachdenken, finde ich. Ob man es wirklich macht, sei mal dahingestellt.
#5 Thomas schrieb am Freitag, 10. Juli 2009 14:34:00:
Ja, aber was will Mann/Frau denn mit dieser SPD 2.0 wirklich? Eine Oppositionspartei? Oder jemanden der regiert? Wenn's um das regieren geht, muss man sich der knallharten Realität von Wahlperioden, Machterhalt, Parteientaktik, Koalitionskompromissen und vor allem den realen finanziellen Problemen stellen.

Das soll keine Verteidigung der SPD sein, aber ich denke dass die schon ganz klar von der Realität getrieben wurde und wird, was die Wirtschafts- und Sozialpolitik angeht.

Dass sie in Sachen Grund- und Freiheitsrechte Verräter sind steht denke ich außer Frage. Aber das begann ja schon unter Schily.
#6 Karsten schrieb am Freitag, 10. Juli 2009 14:39:00:
Nein, wenn, dann muss man regieren, aber eben nicht so, wie die rangehen. Da fehlt alles, was man Transparenz, Demokratie und Wissen nennt. Das bekommst Du in den Laden auch nicht mehr rein, das ist ein hierarchisch organisierter Haufen vergreister Säcke und Möchtegern-Streber. Die STUDIEREN Politik, um in der Politik einen JOB zu finden. Da liegt das wirkliche Problem.

Es geht nicht um eine Fantasiepolitik - es gibt Zwänge, Notwendigkeiten und die Realität, aber man kann es komplett anders gestalten. Das ist die einzige Möglichkeit, eine mehrheitsfähige Politik zu gestalten.

Ich sehe schon, ich muss mal mein Transparenzkonzept veröffentlichen. :-)
#7 Stefan Falz schrieb am Donnerstag, 16. Juli 2009 03:55:00:
Die ganz große Problematik dabei ist, dass a) die allermeisten "Politiker" absolut keinen Schimmer von dem haben, über das sie den ganzen Tag lamentieren und b) dass meiner ganz persönlichen Meinung nach sehr viele der "Entscheider" nicht das Wohl der Bürger, sondern nur das des eigenen Geldbeutel im Sinn haben.

Die ganz wenigen Politiker, die das, was sie von sich geben, auch wirklich so meinen und versuchen, etwas zu ändern, werden umgehend geschassst und verschwinden in der Versenkung. Man kann sich sicher sein, dass jeder Versuch, ernsthaft etwas gegen die Mißstände zu unternehmen, im Keim erstickt wird.

Ich mag die Franzosen (zumindest die, die ich kenne bzw. die, die in der Öffentlichkeit stehen) ja nicht unbedingt so doll aber ein paar gute Angewohnheiten haben die schon. Und ich bin mir sicher, dass es da drüben bald mal ganz fürchterbar rundgeht. Erprobt sind sie ja :) Hierzulande darf man an sowas nicht mal denken, das führt dann gleich in den Knast (oder schlimmeres)

Wie schon oft erwähnt, es gibt nur die Wahl zwischen Cholera und Pest. Eine wirklich wählbare Alternative ist nicht in Sicht und wird es ohne Widerstand auch nicht geben. Ich bin nicht der Mensch, der sich mit Gewalt etwas erzwingt aber ich würde es absolut verstehen, wenn das manche anders sehen und entsprechend agieren. Das, was uns dienen soll, knechtet uns. Nicht mehr und nicht weniger. (Ok, massiv belügen hab ich vergessen)

Dein Kommentar