Woran kann man erkennen, dass die freie .NET-Implementierung Mono inzwischen ein reifes Stadium erreicht und Einzug in den Alltag vieler (einiger) Anwender gefunden hat? Ich denke am besten daran, dass kürzlich ein heftiger Streit darüber entbrannt ist, ob Mono als fester Bestandteil einer Linux-Distribution ausgeliefert werden soll, oder nicht:

Der Hintergrund ist war, zusammengefasst, die berechtigte Furcht davor, dass Microsoft entsprechenden Anwendungen bzw. Implementierungen wie dem Mono-Projekt früher oder später in Form von Patentklagen Knüppel zwischen die Beine werfen könnte. Und nichts wäre schlimmer, als wenn über Jahre Software entwickelt würde, die dann plötzlich nicht mehr verteilt oder verkauft werden dürfte - gar nicht erst zu sprechen von Haftungsfragen rund um deren Nutzer, vor allem im Geschäftsumfeld.

Microsoft hat nun heute dagegen gesteuert und für immer und ewig versprochen, keinerlei Ansprüche gegen Software zu erheben, die unter die Standards ECMA-334 und ECMA-335, also C# und Common Language Infrastructure, sozusagen das Fundament von .NET, fallen.

Ich finde, das ist eine sehr, sehr gute Nachricht für alle Entwickler, auch die, die sich mit ihren Anwendungen bisher nur im Windows-Umfeld bewegen, denn damit wird es wahrscheinlicher, dass man irgendwann die Brücke zu OSX und Linux mit seinen .NET-Applikationen schlagen kann.

Kommentare

#1 Thomas Bartsch schrieb am Dienstag, 7. Juli 2009 13:11:00:
Fantastische Neuigkeiten, musste ich gleich bloggen. Nochmals dankeschön für die ausführliche Recherche!!! :-)

Grüssle
Thomas
#2 T.Sattler schrieb am Mittwoch, 8. Juli 2009 11:09:00:
Was ich noch beeindruckender finde ist, wieviele IT-Lemminge es gibt. Es ist egal ob es Windowslemminge, Linuxlemminge oder Maclemminge sind. Sie wetzen die Messer und sticheln mit aller macht gegen das andere Lager!

Da soll mal einer sagen: In unserer Branche gibt es keine Kleingeister!

Ich persönlich finde es super und das Monoprojekt hat echt mittlerweile Potenzial.
#3 beatnik schrieb am Dienstag, 18. August 2009 18:56:00:
Es gibt auch Lemminge für den Schutz persönlicher Daten, Informationsfreiheit und sozialer Marktwirtschaft. So einer bin ich. Leider falle ich dann bei dir unter die Kategorie Linuxlemming, da Mac und Windows mir das oben genannte zur Zeit nicht bieten können.
Ich möchte nur vor Augen führen, dass das Starkmachen für Linux oft nicht aus technisch-ideologischen Gründen heraus passiert. :)
#4 Thomas schrieb am Dienstag, 18. August 2009 22:41:00:
Wo genau beschneiden Windows und OS X jetzt den Schutz deiner persönlicher Daten und deine Informationsfreiheit?
#5 Mercredi schrieb am Mittwoch, 26. August 2009 13:06:00:
@Thomas:
Informier dich mal, wieviele Daten beispielsweise WindowsXP und der Microsoft Mediaplayer alltäglich an Microsoft und an Dritte senden.Dass ständig gesendet wird, ist mittlerweile klar. Dass du davon in der Regel nichts erfahren sollst, auch. Dass du keine Kopie der versendeten Daten bekommst, ja diese sogar beim Versenden hochgradig verschlüsselt werden auch. Komisch, dass die verschlüsselt werden, wo doch angeblich keine personenbezogenen Daten versendet werden ... komisch, dass du das alles nicht weißt.
Debian Linux, beispielsweise, sendet nicht ungefragt.
#6 Thomas schrieb am Mittwoch, 26. August 2009 13:32:00:
Schöne Verschwörungstheorie, kannst du die auch mit handfesten Beweisen belegen?
#7 beatnik schrieb am Freitag, 28. August 2009 14:02:00:
Hallo Thomas,

leider heißt es grundsätzlich - Geschäft ist Geschäft. Dazu gehört auch jede Business Opportunity wahrzunehmen, um die Rendite zu sichern. Wenn man verlauten lassen würde, dass man z.B. als Quasimonopolist, aus Gewissensgründen heraus, auf den sicheren Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe verzichtet, weil man Bedenken hat, zu sehr in den Privatbereich des Kunden einzudringen, dann würden die Shareholder das Management um einen Kopf kürzer machen.
Die systembedingten und menschlichen Ursachen dahinter sind verständlich, aber das Ergebnis bleibt gleich: es geht auf Kosten des schwächsten Glieds - der vom Produkt abhängigen Privatperson. Da ich mich in dieser Gruppe befinde, habe ich natürlich etwas dagegen.
Bei GNU/Linux haben "derzeit" noch verschiedene Interessensgruppen Einfluss und Anspruch. Darunter sind wissenschaftliche, geschäftliche, technische, aber auch soziale und private Interessen. Jeder bringt seinen Input, kann das Ganze aber für seine Zwecke nutzen, ohne von anderen Interessensgruppen vereinnahmt zu werden.
Jetzt möchte ich das Ganze nicht beschönigen. Diese Zusammenspiel der Interessen klappt im Großen und Ganzen auch nur, weil man voneinander abhängig ist. Man wird zu einer sozialen Disziplin gezwungen.
Genauso wenig habe ich aber auch die naive Erwartungshaltung, dass eine marktbeherrschenden Firma, deren größte Abhängigkeit die Finanzinvestoren bzw. Anteilseigner sind, meinen persönlichen Freiraum respektiert, wenn dort Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen sind.

Davon unabhängig stelle ich nicht in Frage, dass man Spass an den Microsoft- oder Apple-Produkten haben kann. Ich weiß genauso zu schätzen, dass dort fähige Entwickler Arbeit leisten und bestimmt zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz sind.
Es gibt aber auch eine Welt außerhalb und ohne diese Firmen.

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