Als mir vor knapp 3,5 Jahren mein damaliges Samsung-Notebook kaputt ging, wollte ich auf keinen Fall einer ungewiss langen Offline-Zeit zu Hause entgegensehen und beschloss, mir einen Desktop-Rechner zuzulegen. Der hatte eine für damalige Verhältnisse wirklich gute Ausstattung, und wer hätte es gedacht - er hat mir in ähnlicher Konfiguration, nur ergänzt durch ein paar kleinere Upgrades (mehr Speicher, Grafikkarte mit zwei DVI-Anschlüssen) bis letzten Donnerstag erstaunlich gute Dienste im Büro (Visual Studio, Office usw.) geleistet. Dabei war er bis zuletzt auch halbwegs flott, und das trotz Vista.
Trotzdem war es nun an der Zeit, die Mühle aufzurüsten. Da das Chieftec-Gehäuse samt 400-Watt-Netzteil noch ausreichend ist und auch DVD-Brenner und -Laufwerk noch genügen, musste ich nicht alles austauschen. Geworden ist es nun:
- Intel Core i7-920 Box 8192Kb, LGA1366
- ASUS P6T SE Mainboard, Sockel 1366, ATX, DDR
- 12 GB DDR3 Kingston Valueram PC1333 CL9
- 2.5" OCZ Vertex 120GB Solid State Disk
Ich habe zunächst überlegt, ob ich nicht auf die (günstigere) AMD-Plattform switchte, da ich mit den aktuellen Phenom-Prozessoren eigentlich gute Erfahrungen gemacht habe. Entscheidend dagegen war allerdings, dass hier derzeit nur Mainboards mit vier RAM-Bänken verfügbar sind, d.h. bei den aktuellen Speicherpreisen auch nur 8 GB RAM. Das ist zwar halb so tragisch, allerdings ist der aktuelle Mehrpreis von 12 GB nicht so hoch, und so bleibt mir die Möglichkeit irgendwann mal auf 24 statt 16 GB aufzurüsten. Und natürlich stinken die aktuellen AMD-Prozessoren, wenn man Overclocking mal weg lässt, gegen die Core-i-Reihe von Intel auch ziemlich ab.
Die schwerere Entscheidung war jedoch die, ob ich das Experiment Solid State Disk wagen sollte. Die Testberichte zum aktuellen Markt an SSDs gleichen Schauergeschichten. Im Prinzip kann man derzeit sagen, dass eigentlich nur die SSDs von Intel, Samsung und OCZ für gut befunden werden. Der Rest liefert teilweise nicht einmal bessere Ergebnisse als vergleichbare Festplatten. Dazu kommen technische Probleme wie beispielsweise das des noch nicht richtig unterstützten TRIM-Command, durch das es passieren kann, dass die Disks mit längerer Nutzungszeit "kleiner" werden, weil eigentlich freier Speicherplatz nicht freigegeben werden kann. Ein Problem was OCZ mit Hilfe eines eigenen Tools (wiper.exe) löst.
Ein ziemliches Risiko also in die Early-Bird-Falle zu tappen. Noch dazu bei den Preisen - die von mir gekaufte Vertex schlugt mit 360 EUR brutto zu buche.
Blieben also noch Festplatten - bis zuletzt war ich dann eigentlich umgeschwenkt zu einer schnellen Western Digital VelociRaptor, einer Serie die zur Zeit das Nonplusultra unter HDDs darstellt. Aber eben doch auch gegen die guten SSDs nicht mithalten kann. In letzter Sekunde umentschieden habe ich mich dann, weil Alex meinte, dass die auch von mir favorisierte Vertex, einen unglaublichen Geschwindigkeitszuwachs bringt.
Was soll ich sagen: es hat sich gelohnt. Vom Einschalten des Rechners bis zum Windows-7-Logon-Screen dauert es keine Minute, das Laden von Windows selbst nur ein paar Sekunden. Firefox ist praktisch mit dem Klick aufs Icon in der Taskleiste geöffnet, das Entpacken von mehreren hundert Megabyte großen Archiven dauert ebenfalls nur ein paar Sekunden - Visual Studio 2008 Team System war in knapp 5 Minuten installiert. Die durchschnittliche Leserate beträgt zw. 210 und 220 Megabyte. Pro Sekunde.
Nun ist natürlich nicht ganz klar, was insgesamt auf CPU/Speicher/Board zurückzuführen ist, aber einen Großteil des Geschwindigkeitszuwachses kann man sicher der SSD zuschreiben.
Fazit: trotz des Preises würde ich auch jetzt persönlich immer wieder auf eine SSD statt einer HDD zurückgreifen, solange sie vernünftig getestet wurde, wie es die OCZ Vertex ist. Das löst endlich das jahrelange Problem der Festplatte als Flaschenhals moderner PCs.
Übrigens: Windows 7 RC rennt wirklich flott und fühlt sich schon ziemlich gut an - wesentlich besser als der Vorgänger :-).