Ich habe, ohne es wirklich geplant zu haben, mein Heimkino im letzten Jahr ein wenig aufgerüstet. Es fing alles an mit einem Premiere-Abonnement, was ich nach wie vor, abgesehen von Fußball, nicht bzw. kaum nutzen kann, da ich wirklich selten fernsehe. Da ich aber umso mehr Filme sehe, wenn es mir gerade zeitlich passt, musste ein Festplattenrecorder her - wäre doch zu dumm gewesen für hunderte gute Filme zu zahlen, und sie dann nicht anzusehen.

Danach folgte ein Flat-Screen samt HD-Support. Da ich zwar schon einen digitalen Receiver hatte, das verwaschene Bild über Scart aber nicht auszuhalten war, folgte schließlich noch ein HDMI-fähiger DVB-C-Receiver.

Damit allerdings waren wieder einige Vorteile des Festplattenrecorders hinüber - denn der bezog sein Bild ja weiterhin nur via Scart vom Receiver (HDMI-Aus- und Eingang gibt es meines Wissens nach hier nicht), was unweigerlich zu Qualitätsverlusten führte - auszuhalten, aber bisweilen nervig bei "dunklen Filmen" oder solchen, die besonders imposante Bilderwelten zeigen (ich denke z.B. an Into the Blue).

Außerdem gestalteten sich die Aufnahmen von Anfang an mit dieser Kombination schwierig: man konnte immer nur aufnehmen, was man gerade sah (also faktisch nur dann aufnehmen, wenn man nicht davor saß, z.B. nachts) oder alternativ das um Welten schlechtere analoge Kabelsignal zur Aufnahme bzw. gleichzeitigem Sehen verwenden. Darüber hinaus musste ich sämtliche Aufnahmen von Hand programmieren, inkl. Filmtitel usw. - aufgenommen wurde ja nur das, was über Scart gerade reinkam, also exakt das Bild und der Ton, der eingestellt waren. Eine Aufnahme von Optionskanälen war nicht möglich.

Letzte Woche bin ich dann auf diesen Blogbeitrag gestoßen, der den Technisat DigiCorder HD K2 vorstellte. Nach etwas Zögern bestellte ich das Gerät dann Anfang der Woche, seit gestern ist er im Einsatz. Ich versuche mal zusammenzufassen:

Pro:

  • Kinderleichte, intuitive Bedienung, in die man sich nach ein paar Minuten eingewöhnt hat. Das gilt für die Programmzeitschrift ebenso wie für alle Aufnahmeoptionen usw.
  • Hervorrangende Programmzeitschrift (EPG) ohne Aktualisierungsprobleme, wie ich sie von Humax kenne.
  • Keinerlei Qualitätsverluste bei den Aufnahmen mehr, da ja alles digital so gespeichert wird, wie es reinkommt - keine Digital-Analog-Digital-Umwandlung mehr.
  • Komplette Aufnahmen, d.h. inkl. aller Tonspuren und Informationen (Name, Beschreibung usw.).
  • Auf die 160-GB-Festplatte passen locker 30-50 Filme, da ein normaler SD-Film ca. 2-3 GB verbraucht. An HD ist derzeit im bayerischen Kabelnetz eh nicht zu denken.
  • Time-Shifting. Egal was man gerade sieht - einfach Pause drücken und dann weitersehen, wenn man Lust dazu hat.
  • Paralleles Aufzeichnen und Sehen von verschlüsselten Sendungen ist möglich, sofern die über den gleichen Transponder laufen. Premiere 1 aufzuzeichnen und unverschlüsseltes ZDF zu sehen, geht sowieso.
  • Die Aufzeichnung von Optionskanälen ist möglich. Darüber hinaus gibt es Textinformationen und eine Programmvorschau zu allen Optionskanälen - etwas, was ich bei Humax seit Jahren vermisst habe.
  • Via HDMI gutes Bild mit gutem Upscaling.
  • LAN- und USB-Anschluss zum Importieren und Exportieren der Aufnahmen, egal ob Filme oder Musik.
  • Kompaktes, zeitloses Design.
  • Beliebige Verschlüsselungsverfahren durch 2 Common-Interface-Module. Um Premiere im Kabel-Digital-Netz zu sehen, welches mit NagraVision verschlüsselt wird, einfach ein "AlphaCrypt Light Modul" kaufen, Karte reinstecken, fertig.
  • Kindersicherung lässt sich komplett abschalten, womit das lästige eingeben des PIN entfällt.

Contra:

  • Das Lüftergeräusch ist stellenweise definitiv hörbar, aber nicht störend. Dürfte an der verbauten Festplatte liegen.
  • Bild- in Bild hat so seine Probleme, ist bereits mehrfach abgestürzt. Kann ich aber verschmerzen, auch in der Hoffnung, dass es eine neue Firmware richten wird.
  • Nicht Premiere-zertifiziert. Das bedeutet dass man mit der Seriennummer dieses Gerätes kein Premiere-Abonnement bekommt.
  • Der Preis für das 500-GB-Modell ist unverhältnismäßig hoch. Allerdings sollte man mit gut über 30 Filmen auf der 160er Platte eine Weile hinkommen - wenn das nicht mehr geht, kann man sich eine USB-Platte daneben stellen und Filme auslagern und dann wieder zurückkopieren. Wenn einem die Garantie egal ist oder sie abläuft, sollte auch ein Wechsel der internen Platte kein Problem darstellen (ungetestet).

Fazit:

Dieses Gerät schickt der Himmel. Das Ding lässt sich so intuitiv bedienen und erfüllt alle seine Aufgaben dermaßen erstklassig, dass es wohl derzeit nichts Vergleichbares auf dem Markt gibt. Ich kann es gar nicht erwarten meinen "alten" Humax-HD-Receiver loszuwerden - da liegen tatsächlich Welten zwischen beiden Geräten.

Last but not least ist TechniSat zudem noch ein deutsches Unternehmen, was hier nicht nur forscht sondern auch produzieren lässt. Da gibt man gerne auch mal ein paar Euro mehr für entsprechende Qualität aus.

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Kommentare

#1 Jakob schrieb am Sonntag, 2. Mai 2010 14:20:00:
Kann der Recorder nur digitale Kanäle via DVB-C aufnehmen, oder auch analoge?
#2 Thomas schrieb am Sonntag, 2. Mai 2010 14:21:00:
Da es ein DVB-C-Recorder ist nur digitale ;-) Läuft aber aufs Selbe hinaus, da ja die gleiche Quelle angezapft wird.

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