Myanmar - da war doch was? Nein, da ist was.
Kurzes Beispiel, wie es eben im ZDF heute journal geschildert wurde: das deutsche Technische Hilfswerk (THW) war bereits wenige Stunden nach der Katastrophe in Burma einsatzbereit, das war Anfang Mai. Erst letzte Woche, also Ende Mai konnte das THW dann tatsächlich ins Land. Anfang dieser Woche wollte es dann mit seinen Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen von der Hauptstadt aus ins Krisengebiet starten - wurde aber aufgehalten, weil eine "Genehmigung" fehlte. Diese Genehmigung ist inzwischen erteilt - gilt aber erst ab nächsten Dienstag. Und es gibt keine Garantie dafür, dass dann nicht noch eine bürokratische Hürde auftaucht.
In der Zwischenzeit verrecken die Menschen, denen diese Hilfe fehlt. Weil ihr eigener Staat es so will.
Was fast genauso schlimm ist, ist die Macht- und Tatenlosigkeit der UN, einschließlich der Bundesregierung. Mehr als Lippenbekenntnisse und eine halbherzige Geberkonferenz ohne die reichen (westlichen) Staaten ist bisher nicht dabei herausgekommen. Die UN erweisen sicht also einmal mehr als zahnloser Tiger, der sein eigenes Ziel immer wieder verfehlt - auf Kosten von unendlich vielen Menschen. Nicht nur in Myanmar, auch in Darfur, Somalia und anderen Gegenden dieser Welt.
Zurück zu Myanmar: mir kam schon vor ein paar Wochen der Gedanke, was denn wäre wenn man (=UN) das Land militärisch besetzt, die herrschende Diktatur absetzt und die Menschen mit der Hilfe versorgt, die ihnen zusteht. Es ist ja nicht so, dass die Militärjunta ein Verein von Menschenfreunden ist - bereits im letzten Jahr gab es einen gewaltingen Volksaufstand angeführt von den Mönchen, der letztlich blutig niedergeschlagen wurde.
Wahrscheinlich würden bei diesem "Angriff" nicht wenige Menschenleben geopfert werden müssen, im Nato-Jargon "Kollateralschäden". Vielleicht wäre aber die Zahl der Opfer womöglich nicht höher als die Zahl derer, die durch das Nichtstun in den letzten und wohl auch kommenden Wochen zu beklagen sind.
Kann man Menschenleben so aufrechnen? Wahrscheinlich nicht - aber das ist wohl eher eine philosophische Frage. Was bleibt ist unendliche Wut. Und das Vergessen - denn Myanmar ist jetzt schon medial ausgelutscht, bald ist es ganz vom Bildschirm weg.
Just my 2 cents.