Irgendwann vor 100 Lichtjahren (muss Mitte der 90er gewesen sein), hat Sun mal die Vision geäußert, dass einestages die Zeit der Desktop-PCs zuende sei und die Leute im Grunde nur noch einen Bildschirm mit Netzanschluss benötigen würden.

Das Web 2.0 mit all seinen Applikationen hat meiner Meinung nach schon einen ersten Schritt hin zum Anfang vom Ende des Desktop-PC-Zeitalters getan, weil viele dieser Anwendungen inzwischen das Leben vieler Menschen bestimmen. Angefangen von der Routenplanung mit Google Maps und der Suche eines geeigneten Zahnarztes bei Qype bis hin zum Networking über Xing und Facebook - das Web gehört mehr und mehr zum Alltag der Menschen.

Trotzdem gibt es aber natürlich noch mehr als genügend Gründe eben nicht auf einen leistungsfähigen Computer zu verzichten - zum Beispiel wenn man die Bilder seiner Digitalkamera nachbearbeiten will.

Das könnte sich aber für Otto-Normal-User auch bald ändern - wie, das zeigt Adobe mit seinem neuen Photoshop Express. Voraussetzung für die Benutzung: ein Browser und ein Flash-Plugin, sonst nichts. Die Oberfläche hinkt der einer Desktop-Anwendung in nichts nach, allein die Geschwindigkeit ist natürlich nicht optimal.

Das Tool verdient den Namen Photoshop momentan eigentlich noch nicht, ist aber für die allermeisten privaten Computernutzer die mal ein Bild auf einer Geburtstagsfeier schießen ausreichend.

Das zeigt wohin der Weg jetzt führen wird.

Aus technischer Sicht ganz interessant: das Ganze ist mit Adobe Flex realisiert, dem Framework von Adobe für "interactive rich internet applications" - damit erstellte Anwendungen können nicht nur via Flashplayer über den Browser, sondern mit Adobe Air auch auf dem Desktop, also offline, verwendet werden.

Erinnert doch an was? Ja genau - Microsoft setzt derzeit mit WPF und Silverlight auf das gleiche Pferd - womit ein spannendes Wettrennen läuft. Und die größten technologischen Entwicklungen haben ja schon immer als Ergebnis eines (mehr oder weniger) gesunden Konkurrenzkampfes stattgefunden (auch wenn es gegenteilige Behauptungen gibt).

Die nächsten Jahre im Web werden definitiv spannend und auf jeden Fall innovationsreicher als die vergangenen, in denen sich technologisch nicht sehr viel getan hat.

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