Hin und wieder gerate ich in Diskussionen mit Leuten, die meinen, dass es unter Windows ausreicht einfach alles auf eine Partition zu packen. Das ist inzwischen bei vielen OEM in der Windowswelt gang und gäbe (übrigens auch bei Apple, soweit ich mich erinnere ließ sich Bootcamp mit mehreren OSX-Partitionen nicht nutzen).
Ich bin da anderer Meinung, geprägt durch über 12 Jahre praktische Windows-Erfahrung. Diese Erfahrung lehrt, dass es im Leben eines Windows-Rechners irgendwann zu einem Punkt kommt, an dem dieser förmlich danach schreit, neu installiert zu werden. Das begreift man zwar bei Microsoft nicht überall (Stichwort geplante Wegwerf-Lizenzierung von Vista), aber jeder der sich etwas intensiver mit seinem Computer auseinandersetzt, wird mir hier zustimmen.
Diese Situationen können übrigens viele Ursachen haben - verkorkste Treiberinstallationen, Service Packs die sich aus unerfindlichen Gründen nicht installieren lassen, Virenbefall, extreme Vermüllung und daraus folgende Langsamkeit usw.
Aus der Verwendung von min. 2 Partitionen ergibt sich nun der Vorteil, dass man die Hauptpartition des Rechners, meistens C, einfach formatieren und so Windows absolut clean neu installieren kann. Und zwar ohne sich vorher Gedanken über die Sicherung seiner eigenen Daten machen zu müssen - sofern man diese vorher sauber auf D, oder überall sonst, nur nicht auf C, gespeichert hat. Ein Backup vor einer Neuinstallation ist zwar immer ratsam - aber hier keine Pflicht. Anders sähe es aus, wenn man alles auf einer Partition hätte - man könnte Windows nicht sauber neu installieren, ohne die Daten vorher zu sichern und nachher wieder einzuspielen.
Wenn man dann noch die "Eigenen Dateien" nutzt, die Windows anbietet, erhält man weitere Vorteile:
- Unter Vista werden hier z.B. sämtliche Shortcuts für den Windows Explorer gespeichert - nachdem man nach der Neuinstallation die Links wieder richtig gemappt hat, ist alles wie vorher.
- Daraus resultiert dann z.B. auch, dass andere Programme automatisch mit den alten Einstellungen weiterlaufen. iTunes zum Beispiel findet sofort die eigene Bibliothek wieder.
Fazit:
Man muss keine zwei oder mehr Partitionen verwenden - ist einem allerdings daran gelegen, sein Windows jederzeit ohne Angst vor Datenverlust sauber (!) neu installieren zu können, sollte man seine Daten niemals auf der Systempartition speichern, da sonst immer ein Restrisiko bleibt, diese mit weg zu formatieren.