In Sachen Hosting habe ich in den letzten Jahren ja schon einige Abenteuer hinter mich gebracht, von der totalen Katastrophe mit einem virtuellen Webserver eines größeren Providers bis hin zum Developer-Hosting bei Centron, welches durchweg positiv zu bewerten war.
Anfang letzten Jahres ergab sich dann die Notwendigkeit einen echten, physischen, also keinen virtuellen, Server zu verwenden. Möglichkeiten gibt es auch hier einige - auf dem Markt findet man aber vor allem "Managed Server", bei denen die Wartung inkl. Updates inklusive ist - entsprechend fallen dann aber auch die Preise aus.
Als echte Alternative entpuppte sich das Angebot von Hetzner, die sich mir durch jahrelange c't-Webung ins Hirn gebrannt hatten - die bieten nämlich sehr, sehr günstig Rootserver an:
http://www.hetzner.de/rootserver.html
Auf Anfrage, ob da auch Windows-Hosting drauf möglich sei, bekam ich dann überraschenderweise eine positive Antwort - ab der version DS 5000 kann man auf den Kisten wirklich installieren, was man will.
Voraussetzung ist der Besitz einer entsprechenden Windows-Server-Lizenz - diesen Besitz muss man vor der Installation nachweisen. Anschließend schickt man dann den Datenträger da hin - die Jungs von Hetzner schieben den in eine Hardware-Konsole, schließen die an den Server an, und anschließend kann man dann remote über ein Java-Plugin den Server installieren. Über diese Konsole hat man 100% Zugriff auf das Gerät, angefangen beim Bios. Sobald die Installation fertig ist kann man dann natürlich mit RemoteDesktop oder der Software seiner Wahl weitermachen - denn was auf dem Rechner installiert wird, entscheidet man selbst - Hetzner interessiert das nicht.
Die Kosten für die Installation lagen bei den üblichen 99 EUR zuzüglich 25 Euro für das hin- und wegschieben der Konsole (d.h. der zusätzliche Aufwand für die Mitarbeiter muss auch bezahlt werden).
Hetzner bietet selbst nur Linux-Hosting an, weshalb sie auch nicht bereit sind Garantien für die Kompatibilität von Windows mit ihrer Hardware abzugeben - völlig verständlich wie ich finde. Aber entgegen allen Befürchtungen harmoniert Windows Server 2003 mit der uns zur Verfügung gestellten Konfiguration prächtig, es war trotz Gurkenkonfiguration auf dem Papier (AMD-Prozessor, alter Speicher) zum Installationszeitpunkt der schnellste Standardwebserver, den ich je unter meiner Fuchtel hatte.
Das sollte sich auch nicht ändern - seit nunmehr über 9 Monaten läuft die Kiste, und läuft, und läuft, und läuft ... weiterhin sagenhaft schnell. Ausfälle gab es in dieser Zeit exakt zwei, die allerdings das gesamte Rechenzentrum betrafen. Beide dauerten jeweils nicht länger als 30 Minuten - verschmerzbar.
Backups macht man am besten auf die zweite Festplatte - die kann man nämlich nur gegen Aufpreis im Raid nutzen, schade. Gut ist dagegen die Verfügbarkeit von 50GB Backupspace, die im internen Netz zur Verfügung stehen, und auf die man seine Backups via FTP in rasender Geschwindigkeit schieben kann.
Ebenfalls nett: man kann einen automatischen Ping-Service einrichten lassen, der die Verfügbarkeit des Servers in einem frei definierbaren Intervall überprüft und im Fehlerfall E-Mails verschickt. Wenn man sich von seinem E-Mail-Provider per SMS benachrichtigen lassen kann, ist das eine fast perfekte Alarmanlage.
Zuguterletzt noch ein Wort zum Support: anfängliche Fragen wurden umgehend und kompetent per E-Mail beantwortet, da sind die Erfahrungen bis jetzt durchaus positiv.
Fazit:
Für 59 EUR inkl. Märchensteuer bekommt man meines Wissens nach nirgendwo so viel Leistung - da hat man auch die 300 EUR für eine Windows-Lizenz schnell wieder drin. Und Ökostrom verwenden sie auch noch, wie ich gerade lese.
Also: uneingeschränkt empfehlenswert :-)