Dresden, 1961. Durch Zufall gerät Siggi, ein eher unpolitischer Theater-Azubi, an eine Gruppe von Leuten, die sich in der Szenebar "Roter Kakadu" treffen - wo vor allem auch der westliche Lebensstil gepflegt wird, Rock'n Roll inklusive.
Nachdem er immer "tiefer reinrutscht" und sein Leben sich nur noch mit und um diese "Subjekte" dreht, wie es im sozialistisch politisch korrekten Jargon heißt, erlebt er auch am eigenen Leib hautnah wie die Freiheiten der Gesellschaft zu dieser Zeit, kurz vor dem Mauerbau, immer weiter beschnitten werden. Dramaturg am Theater wird ein Stasimann, selbst im Roten Kakadu tritt der Staat auf und versucht den belustigten Gästen sowjetische Volkstänze schmackhaft zu machen.
Letztendlich endet alles, wie es - so zeigt der Blick auf die Geschichte - enden musste: die Szene wird von der Stasi zersetzt, allesamt wegen Volksverhetzung und anderem Schwachsinn vor Gericht gestellt, irgendwann ist der Rock'n Roll durch die russische Musik ersetzt und am Ende des Films steht die Mauer.
Eine ziemlich fesselnde Reise durch das Jahr 1961, erzählt anhand der Geschichte rund um drei Personen. Interessant vor allem auch vor dem Hintergrund der heutigen Entwicklungen in unserer Gesellschaft - dem Abbau von selbstverständlichen Rechten, dem immer stärker auch ins Private und Persönliche hinein reglementierenden Staat. Gleichwohl die Intensität dieser Entwicklung damals freilich eine andere war, als sie es heute ist.
Fazit: unbedingt ansehen.
www.roterkakadu.de