... verdeutlicht der Teaser zu dieser Heise-News:

"Die neue Version von Mandriva Linux enthält drei verschiedene 3D-Desktops und vier Virtualisierungslösungen."

Lösungsvielfalt und die freie Auswahl sind schön. Das Problem ist nur, dass sie niemandem etwas bringt, wenn verschiedene Gruppen an ihren Lösungen an einander vorbeientwickeln - zumindest nicht in der Open-Source-Szene, wo selten Kapazitäten zur Verfügung stehen, wie man sie etwa bei den Hauptkonkurrenten vorfindet, also bei Microsoft und Apple.

Wenn man sich endlich einmal auf einen gemeinsamen Weg einigen könnte, und diesen dann gemeinsam bestreitet, dann würde Linux vielleicht einmal raus aus dem Serverschrank und rauf auf den Schreibtisch kommen - so hat sich jedenfalls in den 10 Jahren, in denen ich es hin und wieder mal probiert habe, nicht wesentlich etwas an der Situation verbessert.

Kommentare

#1 Christian Herzog schrieb am Mittwoch, 18. April 2007 19:26:00:
Jedem seine Meinung. Aber erwähnt sei noch:

1. VMWare gibt es auch für Windows und ist kein Open-Source
2. XEN wird auch von Microsoft unterstützt. Es ist unter anderem Bestandteil des Microsoft/Novell-Deals, dass Microsoft seine Betriebssysteme zu XEN kompatibel macht.
3. Natürlich gibt es für Windows weitere Virtualisierungslösungen.
4. Zwei der drei 3D-Desktopprojekte haben vor einigen Tagen bekanntgegeben, dass sie sich wieder vereinigen werden.
5. Es gibt sicher einige Vista-Nutzer, die es gerne sehen würden, wenn Ihr 3D-Lösung so einfach erweiterbar wäre und ressourcenschonend wäre wie z.B. Beryl.
#2 Christian Herzog schrieb am Mittwoch, 18. April 2007 19:29:00:
Eins habe ich noch vergessen:
"Bill Gates, Begründer der Firma Microsoft, unterstützt über die Bill & Melinda Gates Foundation die Entwickler von Xen indirekt. Microsoft will die kommenden Versionen ihrer Server ebenfalls unter Xen anbieten. Microsoft will damit die Virtualisierung von Server-Umgebungen vereinfachen."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Xen
#3 Sven schrieb am Mittwoch, 18. April 2007 19:35:00:
Ich kann dir nur zustimmen, Thomas.
Diverse Linuxdistributionen an sich sind schon verwirrend. Dann noch Entscheidungen, welche Oberfläche man will. Und dann werden manche Dinge zwar entwickelt, aber von 10 Gruppen auf einmal, und keine bietet alles...
#4 Norbert schrieb am Mittwoch, 18. April 2007 20:39:00:
Das "Engagement" von Microsoft in allen Ehren. Hauptaugenmerk wird wohl immer auf Windows bleiben und andere System fallen unter den Tisch.

Zu dem was Thomas und Sven gesagt haben: Full Ack.
#5 Thomas schrieb am Mittwoch, 18. April 2007 20:43:00:
@Christian: du hast mich da etwas missverstanden, ich meine das viel globaler und nicht nur auf das Beispiel der Virtualisierungslösungen bezogen..

Es wird an allen Enden rumgefrickelt, mal hier etwas kommerziell unterstützt, mal dort. Am Ende kommen dann unendlich viele Lösungen raus, die alle nur halbfertig und nichts Ganzes und nichts Halbes bieten.

Was am Ende darunter leidet ist schlicht die Verbreitung, weil es für tagtägliche Brotarbeiten nur von ein paar Techies und Enthusiasten angenommen, von der Breiten Masse aber schlicht ignoriert wird.

Und so wird aus Linux niemals die - auch von mir erwünschte- Alternative, die den etablierten Systemen die Stirn bieten kann.
#6 Dani schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 00:42:00:
Stimme dir soweit zu. Nur liegt das beschriebene Verhalten natürlich im Naturell von OSS - oder lebt sogar davon.
Dies bietet aber auch viele Vorteile, wie das Projekt Beryl zeigt. Durch dieses Verhalten werden zwangsläufig immer verschiedene Pfade bestritten - im Unterschied zu Closed-Soft allerdings weniger aus kommerziellen Gründen, als aus ideologischen. Die Zusammenführung dieser Pfade ist im OSS-Bereich natürlich wesentlich einfacher möglich, als sonst.

Aber wie du korrekt bemerkt hast, an solchen Dingen ist ein User nicht interessiert... und da muss wirklich noch sehr viel passieren.
#7 GENiALi schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 07:55:00:
Genau aus diesen Gründen bin ich auch noch nicht bei Linux.
Abgeneigt wäre ich ja nicht. Ich will aber ein OS das ich einfach installieren kann, Treiber drauf, SW drauf und fertig.
Ich habe schon ein Problem unter Linux ein Intel 3945 WLAN lauffähig zu bekommen. Wenn dann über Stunden im Inet suchen und Lesen muss/darf, dann bleibe ich doch lieber bei MS. Dort bekomme ich den WLAN einfacher an den Start.
Als ich dann den WLAN hatte, kam schon das nächste Problem. Dort gab ich dann auf. Ich bekam es schlicht nicht hin ein WPA mti TKIP und LEAP lauffähig zu bekommen.
Es ist mir einfach zu aufwenig. Und das war jetzt nur WLAN.
Da kann zwar Linux nicht viel dafür. Aber ich will mich im normalen Arbeitstag einfach nich so rumärgern. Man geht den Web des geringsten Wiederstandes.
Probieren werde ich es sicher mal wieder. :-)
#8 Roman schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 16:18:00:
Sorry, aber das ist nun wirklich nur MS-Fanboy-Getrolle.

"dann würde Linux vielleicht einmal raus aus dem Serverschrank und rauf auf den Schreibtisch kommen - so hat sich jedenfalls in den 10 Jahren, in denen ich es hin und wieder mal probiert habe, nicht wesentlich etwas an der Situation verbessert."

Vor drei Monaten Ubuntu 6.10 installiert: Von live-CD gebootet, das System mal angeschaut, saemtliche HW erkannt: Deshalb entschieden, Ubuntu zu installieren. *waehrend* der Installation mit OpenOffice gearbeitet, im Internet gesurft. 3 Fragen beantwortet: gewuenschte Systemsprache, Zeitzone und Tastatur. Nach 30 Minuten vollstaendig installiert mit ner Office-Loesung und weiteren hilfreichen Tools. Sound, Netzwerk, Grafik... alles (ausser WLAN) ging auf Anhieb. WLAN innerhalb von 5 Minuten zum Laufen gekriegt. (Ok, ich habe schon vorher was von NDISWrapper gehoert.)
Beryl auch in kuerzester Zeit (und stabil) zum Laufen gekriegt und sorgt bei mir und bei allen Leuten, die das zu sehen kriegen, fuer Kinnladenfallen. (Was ist das fuer ein System? Microsoft???)

Sorry fuer die harten Worte: Wer findet, Linux hat auf dem Desktop nichts verloren, hat die letzten 10 Jahre unter einem Stein verbracht.

@Sven: "Diverse Linuxdistributionen an sich sind schon verwirrend."
Windows Vista Starter, Windows Vista Home Basic, Windows Vista Home Premium, Windows Vista Business, Windows Vista Enterprise, Windows Vista Ultimate.
Welche von denen brauche ich nur, um meine XBox zu connecten? Bei welcher ist der IIS dabei? Nein, bei Windows bleiben keine Fragen offen...

"Dann noch Entscheidungen, welche Oberfläche man will."
Wenn du ueberfordert bist, eine freie Wahl zu treffen, dann bist du bei MS bestens aufgehoben. Wenn du willst, dass andere Leute fuer dich entscheiden, dann bleib bei Windows.

@Geniali
Ich kenne Vista ueberhaupt nicht und entnehme meine Infos ueber Vista von heise.de. Und was ich da gelesen habe, laeuft bei Vista laengst nicht alles out of the box. Aber bei MS hat man irgendwie mehr Geduld - oder wie?


Na ja, mir sollst recht sein, wenn Leute viel Geld ausgeben wollen fuer ein neues Betriebssystem, das im Vergleich zum Vorgaenger praktisch nur Funktionen eingebaut hat, um den User zu gaengeln, dafuer aber sinnvolle neue Features (WinFS) unter den Tisch fallen hat lassen.
Ich freue mich, dass mein Comp mir gehoert, ich weiss, was ablaeuft und ich so die Kontrolle ueber mein System habe.


#9 Thomas schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 16:29:00:
Ohne jetzt auf den Flame-Versuch einzugehen:

"Wenn du ueberfordert bist, eine freie Wahl zu treffen, dann bist du bei MS bestens aufgehoben. Wenn du willst, dass andere Leute fuer dich entscheiden, dann bleib bei Windows. "

Du hast scheinbar nicht im Geringsten verstanden, worum es geht.
#10 Roman schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 16:32:00:
tja, schade
#11 Roman schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 16:35:00:
Sicher waren es harte Worte, aber bei dem Getrolle von eurer Seite musst du auch was aushalten koennen.

Schade, dass du auf berechtigte Punkte meinerseits nicht eingegangen bist.
#12 Thomas schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 17:26:00:
Na das lässt dir wohl keine Ruhe ;-). Auf die einzelnen Punkte bin ich deswegen nicht eingegangen, weil das a) für mich keine "Herzensangelegenheit" ist, und es mir b) eher ums Grobe Ganze und nicht um einzelne Details geht, noch darum hier Microsoft in den Himmel zu loben.

Um es nochmal zu versuchen: Die ganze Open-Source-Szene und damit auch Linux ist scheinbar zersplittert in verschiedene Lager, Gruppen und Projekte. Einige dieser Projekte, z.B. KDE oder die Ubuntu-Distribution können für sich gesehen und im Kontext der Konkurrenz im direkten Linux-Umfeld sicher mithalten, in einigen Punkten sind sie vielleicht sogar besser als die Produkte von MS und Apple.

Im Großen und Ganzen sind die Lösungen aber alle nicht so gut wie sie sein könnten, nämlich dann, wenn eben alle einen eigenen Weg bestreiten würden.

Das Ergebnis ist dann, dass man unterm Strich hinterher läuft ... denn was man MS z.B. mit XP und Vorgängern an mangelnder Usability ankreiden konnte, ist mit Vista imho gegessen. Und von der Treiberunterstützung und Verbreitung von kommerzieller (und nicht wegzudiskutierender) Software her brauchen wir auch nicht reden ...

Fazit: die ganze Bewegung vergibt seit Jahren Chancen um Chancen, und wird so nicht aus der Nische rauskommen.
#13 Roman schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 18:44:00:
Ja, das ist natuerlich schade und du hast voellig recht. Beispielsweise bei der Trennung von Beryl/Compiz zu sehen. Es bleibt zu bezweifeln, ob ein Zusammenschluss wirklich moeglich ist.

Sachen wie "Linux nur auf Server brauchbar", "Diverse Linuxdistributionen an sich sind schon verwirrend" und "Es wird an allen Enden rumgefrickelt" sind aber trotzdem einfach nicht fair *aufdenbodenstampf*

:)
#14 Thomas schrieb am Donnerstag, 19. April 2007 19:12:00:
Naja, ganz ohne Polemik würde man ja niemanden zum Kommentieren animieren *g*

;-)
#15 Sven schrieb am Freitag, 20. April 2007 14:29:00:
Ich habe mit PCs begonnen, da gab es noch keine grafischen Oberflächen, ich komme also aus einer Zeit, in der man auch noch wußte, was der PC macht, und man es auch selbst bestimmen konnte.
Das war auch schön. Ich weiß interessanterweise noch immer, was prinzipiell mein System so anstellt, und wie ich viele Dinge beeinflussen kann - auch unter Windows.
Viele Dinge will und muss ich nicht wissen. Hauptsache, mein WLan funktioniert, wie ist mir in erster Linie egal. Ich will nicht erst nach Treibern suchen müssen, oder komische Dinge einstellen müssen - ich will ein paar Klicks machen, und fertig sein.
Bin ich deswegen ein dummer User? Ein Aldi-PC Nutzer? Nö, ich bin Entwickler, und will mir mein Leben mit PCs nur nicht noch schwerer machen.
Ich habe auch schon versucht, Linux Systeme zu installieren. Mittlerweile hat sich schon was getan, aber damals: Möchten Sie KDE oder Gnome? Bitte? Ist das ansteckend?

Linux hat sich gemausert, aber noch immer ist durch die von Thomas genannte Zersplitterung der große Nachteil, dass ein normaler (!!!) Aldi PC User einfach nicht weiß, was das richtige für ihn ist.

Zu dem Argument mit den Windows-Versionen: Da ist überall Windows drin. Durch nette Checklisten und Matrixvergleiche (bei jedem Shop und Microsoft zu sehen) sehe ich auf wenige Blicke, worin sie sich unterscheiden. Ich wüßte aber nicht im entferntesten, wo zwischen Suse und Ubuntu denn eigentlich der Unterschied besteht.

Auch von mir keine Flames oder Huldigungen an Windows. Nur sollten alle Seiten die Augen offen genug haben, die Fehler des eigenen Systems zu erkennen.
#16 Roman schrieb am Freitag, 20. April 2007 16:14:00:
Stimmt. Ueber Unterschiede der Windows-Versionen kann man sich informieren.
Was sich hinter Ubuntu, Suse, Gnome oder KDE versteckt, weiss keine Sau. Deshalb auch der Name: OpenSource.

Und ich verrate mal ein Geheimnis: Ob Ubuntu oder Suse: Immer steckt Linux drin.

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