Vor ein paar Jahren habe ich immer gesagt, dass sich im Netz seit Jahren nichts getan hat. Nach HTML 4 kamen die durch die lahmen Leitungen sickernden Flash-Intros, dank DHTML rieselte auf mancher Firmenwebsite so um Weihnachten 2001 der Schnee, sonst war da nix.

Und heute? Blogs, RSS, DSL. Massenphänomene, Technologien die sowohl das Nutzerverhalten verändert als auch gleichzeitig damit bzw. dadurch neue Submedien geschaffen haben.

Wer vor 2003 sein Gedankengut ins Web schütten wollte, musste sich erstmal ein dickes HTML-Buch kaufen oder von Data Becker einen Homepagebaukasten zulegen. Seit es Blogdienste gibt und selbst der Hinterhofprovider Wordpress per Knopfdruck zur Installation bietet, ist das World Wide Web seinem Sinn und Ursprung wieder ein gewaltiges Stück näher gekommen: Informationen. Von jedem, für jeden, über alles. So leicht war es noch nie.

RSS setzt für sich dem Ganzen dann wieder die Krone auf - denn es schafft im Dezentralen die Zentrale: im persönlichen Blogreader. Eine Möglichkeit die nur langsam, aber immer häufiger aufgenommen wird. Zwar schicke ich meinem Vater immer noch Beiträge von Udo via Mail weiter, weil ich nicht sicher bin, ob er inzwischen seinen Feed abonniert hat, aber RSS setzt sich trotzdem durch, und erreicht damit Unerreichtes: vermeintlich Unwichtigstes findet Verbreitung, Dinge von denen man nie erfahren hätte, erfährt man. Menschen vernetzen sich, erhalten Anerkennung, Jobangebote, steigen sozial auf ...

Betrachtet man nun noch Dinge wie Myspace, die jeden Tag aus dem Boden schießen (und an mir vorbei rauschen), stellt sich natürlich die Frage, wie es weiter gehen könnte.

Jeder bloggt, die Beiträge sind via RSS vernetzt und verbreitet. Wie könnte man das jetzt noch weiterdenken und zusammenführen? Eine Frage, die sich Robert gerade stellt. Ich bin gespannt wie sich die Antwort gestalten wird ...

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