Der Titel von James Marcus ist überschrieben mit "Fünf Jahre im Epizentrum der E-Commerce-Revolution", was die Sache einigermaßen gut trifft.
Einigermaßen, weil eigentlich nur die beschriebenen Anfangsjahre wirklich interessant geschildert werden, der Rest beschreibt Marcus' eigenen Verfall in die Bedeutungslosigkeit innerhalb des Unternehmens, was zwar aus vielerlei Gründen bedauerlich sein mag, aber nicht besonders aufregend.
Stellenweise ist das Buch etwas langatmig, und für Leute wie mich, die sich nicht zu den Kennern internationaler Literatur zählen können, etwas sehr schwer. Unterm Strich finden sich aber auch recht spannende Anekdoten.
Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass bei einer der größten Websites dieses Planeten einmal ein mehr oder weniger ahnungsloser Redakteur dazu verdonnert wurde, am Freitag vor dem Nachhausegehen noch die komplette Website auf den Server zu laden? Oder dass die Redakteure am Anfang selbst HTML-Code hackten? Oder dass Amazon überhaupt jemals mehr war als ein Onlineshop, sogar sowas wie ein angesehenes Literatur-Magazin? Oder dass Amazon Deutschland nicht einfach vom Himmel fiel, sondern durch den Kauf eines damals bestehenden deutschen Onlineshops enstand?
Mein Fazit: lesenswert für jeden, der wie ich ein Faible für derartige Stories hat, ansonsten kann man es gut und gerne "im Regal" liegen lassen. Ich mache dann mal weiter mit "Mein eBay".