Neulich hat mir mal einer erzählt, die Schweizer seien sehr kunden- und serviceorientiert. Kann ich leider momentan nicht nachvollziehen.

Wir haben für unser kleines Team letztes Jahr eine Zeiterfassungssoftware gesucht, und auch gefunden. Eben von einem schweizer Unternehmen. Wirklich günstig, zwar mit einigen Macken, scheinbar nicht besonders gut programmiert, aber es erfüllt alle unsere Ansprüche.

Nun hat die Software aber einen Designfehler. Oder nicht die Software, sondern der Workflow des Herstellers.

Es wird nämlich eine "Dongelung" der in .NET geschriebenen Anwendung an die Windows-Installation vorgenommen. D.h. abhängig von unbekannten Software-Parametern erstellt das Tool einen Installationsschlüssel, zu dem man nun vom Hersteller einen passenden Aktivierungsschlüssel erhält.

Sollte man meinen. Nun hat mein Partner ein Faible für Windows-Neuinstallationen. Er musste im letzten halben Jahr also gut 3x einen neuen Aktivierungsschlüssel anfordern, was beim Hersteller scheinbar einen Mordsaufwand verursacht. Wahrscheinlich wird der jeweils von einem indischen Wunderkind im Kopf berechnet und dann per Esel auf der Seidenstraße nach Europa zurück gebracht.

Jedenfalls weigert sich der schweizer Hersteller nun, mir einen neuen Aktivierungsschlüssel zu geben. Zitat aus der letzten E-Mail:

"Wir können es uns nicht leisten, eine Software, die ca. 50 Euro kostet, so aufwendig zu betreuen. Wir schlagen Ihnen vor, eine andere Software zu evaluieren und unsere nicht mehr zu benutzen."

Weiter:

"Es tut uns leid, dass wir so verfahren müssen, aber die Software ist so angelegt, dass sie gekauft und so zu sagen wartungsfrei eingesetzt werden kann. Dieses Ziel haben wir bei praktisch allen unseren Kunden erreicht, bei Ihnen offenbar nicht."

Dass mir hier fast der Kragen geplatzt ist, muss ich sicher nicht erwähnen. So viel Unverschämtheit und Unfähigkeit ist mir lange nicht mehr entgegen gebracht worden.

Fazit:

  • Wenn man seine .NET-Software so "absichert", sollte man wenigstens den Workflow der Re-Aktivierung bedenken.
  • Auch schweizer Firmen können unfähig, unflexibel und unverschämt sein.

Kommentare

#1 Peter Bucher schrieb am Mittwoch, 17. Januar 2007 18:46:00:
Guter Artikel Thomas, ich musste richtig schmunzeln.
Das kommt halt davon, wenn man seine Software absichern will und den Nebenaufwand dabei nicht berechnet.

Das Problem war bei der Firma scheinbar bekannt, nur "ihr" passt halt, wie im Mail geschrieben, nicht zu ihrem "Kundenprofil", richtig berechnend.

Fazit: Nicht alle Schweizer Firmen sind heilig :))
#2 chaossurfer schrieb am Mittwoch, 17. Januar 2007 19:10:00:
naja vieleicht lohnt es sich doch etwas Geld in die Hand zu nehmen...

;-)

Man kauft ja bei den Schweizern auch nie den biligsten Käse :-))

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