Ich habe in den letzten Wochen, in denen ich die deutsche Vista Final installiert und benutzt habe, ein wenig Notizen über die Dinge gemacht, die mir gefallen, und die mir nicht gefallen.
Da meine Vista-Nutzung bis Weihnachten auf ein Minimum zurückfährt, werde ich das Ergebnis daher jetzt mal online stellen und nicht wie geplan bis Ende Dezember warten.
Pro Vista
- Der neue Windows-Explorer. Gerade für Medien, also Bilder usw. einfach richtig schön. An den kaum sichtbaren Tree wird man sich gewöhnen müssen, aber die übrigen Features wie Anzeige der Bildinfos, Bewertung usw. sind einfach gelungen.
- Installation eines Druckers, der an einem anderen Rechner freigegeben ist, verlief absolut problemlos - Vista hat sich sogar den Treiber selbst geholt und installiert. So will man das haben.
- Der Windows MediaPlayer ist endlich richtig gut ins System integriert worden, schaut gut aus und lädt zum Benutzen ein. Das war bei allen vorherigen Versionen meiner Meinung nach anders.
- Windows Mail. Macht einen äußerst aufgeräumten, übersichtlichen und insgesamt guten Eindruck. Eigen Threads werden automatisch markiert, ein Feature was mir bei Thunderbird fehlte.
- Das Nachinstallieren von Windows-Features (IIS z.B.) läuft ohne Einlegen der DVD ab. Doof für alle die kleine Festplatten haben, weil er wohl alles vorab mal mit draufkopiert bei der System-Installation, praktisch für Leute wie mich, die mit ihrem Notebook irgendwo in der Pampa sitzen, und feststellen, dass ihnen etwas fehlt, wofür sie früher immer die Windows-CD mitschleppen mussten - was sie natürlich nie taten ... :)
- Snipping-Tool: einfach praktisch, um spontan Screenshots zu machen, zu markieren und zu versenden.
- Windows-Teamarbeit - einfache Desktop- oder Anwendungsfreigabe über das Netzwerk, womit effektive Arbeit bei Besprechungen und/oder Support möglich wird. Das noch kombiniert mit Skype, und man hat das perfekte Support- und Unterstützungstool.
- Der Energiesparmodus hält was er verspricht. Besonders angenehm: ich kann ihn benutzen, um meinen Lüfter zu "regeln". Aktiviere ich ihn nämlich, ist das Book kaum noch zu hören, der Lüfter dreht nur noch sehr selten. Anscheinend wird der Prozessor (Dual Core) tatsächlich erfolgreich runtergetaktet.
- Netzwerkverwaltung: endlich ist die separate Konfiguration verschiedener Netzwerke möglich, und nicht pauschal per Netzwerkkarte.
- Die Suche. Sicher, kann man unter XP auch installieren, aber ich war da bisher immer zu faul für - Kategorie "Nicht wichtig genug, um es zu machen, aber man will es nicht wissen, wenn man es denn mal gemacht hat". Wenn ich nun uralte Mails wiederfinden will, wechsle ich vom Desktop aufs Notebook, wo das gleiche Outlook läuft, und suche dort. :-)
Contra Vista
- Im Explorer wird der Tree immer noch nicht in jedem Fall 100% richtig synchronisiert. Ein altes Problem, betrifft vor allem die Icons in einigen Fällen (aufgefallen ist es mir beim ändern der Pfade der Profil-Ordner, die bekamen nach dem Verschieben an ihrer neuen Stelle nicht gleich das richtige Icon.)
- Nachdem ich alle üblichen Programme installiert hatte, wurde das Startmenü, also insbesondere "> Alle Programme" unerträglich langsam. Egal was ich hier mache, es dauert Sekunden.
- Einige Programme erfordern für triviale Sachen Administrator-Rechte, z.B. Visual Studio zum Öffnen eines Webs am lokalen IIS. Da besteht noch Verbesserungsbedarf.
- User-Profil nicht einfach verschiebbar. Unter XP konnte man "Eigene Dateien" mit wenigen Schritten auf eine externe Platte oder Partition auslagern, um so Datenverlust bei einem Systemcrash vorzubeugen. Das funktioniert jetzt nicht mehr so einfach, man kann ohne Registryeingriff wohl nur einzelne Shortcuts "umlenken".
- Akku-Laufzeit: Auch im Energiesparmodus nicht sonderlich berauschend.
- Alte COM-Softwarekomponenten sind zum Teil inkompatibel bzw. lassen sich nicht mehr registrieren und ausführen.
- Das Anti-Aliasing bzw. die ClearType-Standardeinstellung von Vista ist gewöhnungsbedürftig.
Fazit
Meine Desktops, und damit die bevorzugten Arbeitsgeräte, laufen allesamt noch mit XP. Allerdings schwächelt einer schon nach 9 Monaten XP-Installation, da wird eine Neuinstallation fällig. Und die werde ich mit Vista vollziehen - vorausgesetzt ich finde eine Lösung für das Problem mit den COM-Komponenten, die ich brauche. Vermutlich wird es auf das Entwickeln in einer VM hinauslaufen, unter Win 2003 dann.
Das System hat keine auf den ersten Blick erkennbaren Killer-Features, überzeugt im Ganzen aber dadurch, dass vieles "einfach passt". Das Arbeiten erscheint wesentlich angenehmer, flüssiger und es macht mit der neuen Optik auch mehr Spaß.