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"Mit Die fetten Jahre sind vorbei brachte Regisseur Hans Weingartner die Politik zurück in den deutschen Film. Im Zentrum seiner Geschichte stehen die drei Klein-Revolutionäre Jan, Peter und Jule (Daniel Brühl, Stipe Erceg und Julia Jentsch), die mit lustigen Einbrecher-Streichen in Bonzen-Villen die Hausbesitzer verunsichern wollen. Als der verfrüht heimkehrende Geschäftsmann Hardenberg (Burkhart Klaußner) sie bei einer „Aktion“ überrascht, wird er kurzerhand gekidnappt und in eine abgelegene Alpenhütte abtransportiert.

Hier beginnt das eigentliche Herzstück des Films, denn genau genommen ist Die fetten Jahre sind vorbei ein Diskurs-Film: Hier trifft Idealist auf Realist, Jung-Revoluzzer auf Alt-68er, Systemkritik auf Angepasstheit – und über jeder Debatte hängt die Frage: Wer hat jetzt eigentlich „recht“? Eine Frage, die kaum zu beantworten ist, und Weingartner ist (trotz einer nicht zu leugnenden Sympathie für seine jungen Systemfeinde) klug genug, das auch nicht zu versuchen. Intelligent und fair betrachtet er stets beide Seiten der Medaille, lässt jedem guten Argument ein nicht weniger überzeugendes „Ja, aber …“ folgen, und leistet so weit mehr, als „nur“ einen politischen Film zu machen. Die fetten Jahre sind vorbei ist gleichermaßen gesellschaftliche Bestandsaufnahme, Verarbeitung der 68er-Vergangenheit, Hinterfragung der Sinnhaftigkeit politischen Widerstands in einer entpolitisierten Zeit – und letztlich doch eine Kampfansage ans Dasitzen und Nichtstun. Mit einem provokativen Ende sorgt Weingartner dafür, dass sein Film für den Zuschauer auch nach dem Abspann weitergeht – in der persönlichen Auseinandersetzung darüber, wie man das Gesehene (und Gehörte) jetzt eigentlich versteht und bewertet. Die fetten Jahre sind vorbei zwingt seine Zuschauer dazu, nicht nur eine Meinung zu beziehen, sondern über diese auch genau nachzudenken. Und das hat im deutschen Film wirklich lange keiner mehr geschafft. -- Frank-Michael Helmke"

Besser hätte ich es nicht wiedergeben können. Ich bin vielleicht zu naiv für diese Welt und vertraue Menschen, oder in diesem Fall Filmrollen, zu schnell - aber das Ende hat mich dann doch schon ein kleines bisschen schockiert und enttäuscht.

Ein absolut sehenswerter Film, der einen größeren Kinoerfolg verdient gehabt hätte.

Kommentare

#1 Steffi schrieb am Samstag, 8. Oktober 2005 12:47:00:
??? Was war denn an dem Ende schockierend??? Ich fand das eigentlich sehr gut gelungen...! Und enttäuschend ist das ja eigentlich auch nicht...?
#2 Thomas schrieb am Samstag, 8. Oktober 2005 12:53:00:
Ich hätte es dem blöden Schwein nicht zugetraut ... ;-)
#3 Steffi schrieb am Sonntag, 9. Oktober 2005 12:41:00:
:) achso, dacht scho du hast s ende falsch verstanden... ;)
ging mir nämlich anfangs so..

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