Interessant, anstrengend und in vielerlei Hinsicht aufschlussreich war es, das Community Bootcamp 2005 in Bad Ischl. Nach 6 Tagen in Österreich bin ich nun mit einem Zwischenstopp in München gestern abend wieder in Nürnberg angekommen. Nachfolgend findet ihr eine kleine Zusammenfassung meiner subjektiven Eindrücke der letzten Woche und ein wenig Manöverkritik.
Sonntag
Nachmittags ging es los - und nach etwa 5 Stunden Fahrt waren wir dann auch endlich im Hotel angekommen. Chris' Beschreibung sei Dank ließ sich sogar Bad Ischl recht einfach finden. Das Hotel, der Gasthof Moserwirt in Bad Goisern, was wir gebucht hatten, war spitze. Für 39 EUR pro Nacht gab es da ein ordentliches Frühstück, sehr saubere Zimmer (inkl. sauberem Bad!) und einen täglichen Zimmer-Reinigungsservice. Das Wellness-Angebot habe ich in der Woche nicht in Anspruch genommen, dafür blieb gar keine Zeit bzw. Kraft.
Montag
Um 8 Uhr hieß es Antreten im Boot Camp, genauer im Technologie Zentrum Bad Ischl. Das wiederum hieß um 6 Uhr Aufstehen. Nach ner halben Stunde Joggen und nem ordentlichen Frühstück waren wir dann mehr oder weniger pünktlich um 8 Uhr im TZ. Nach einer 2-stündigen VPC-Installations-Orgie und begleitender Einführung von Chris ging es dann mit einem Votrag von Christian Holm über neue WebControls in ASP.NET 2.0 los.
Wie bereits letzte Woche geschrieben war davon für mich einiges nicht mehr so wirklich neu, dennoch war der Tag alles in allem doch ganz interessant und aufschlussreich, auch wenn es gegen Ende etwas Unsicherheiten bzw. Unstimmigkeiten gab, was die Stimmung etwas runterzog. Es saßen schließlich keine "dummen Schüler" vor den Referenten, sondern Leute auf teils ähnlichem Niveau wie sie selbst ... im Grunde wie beim Fußball: vor jedem Fernseher sitzt ein Bundestrainer ... ;-) Christian meisterte die Situation aber trotzdem ganz gut.
Dienstag
Nicht so souverän schaffte es am darauf folgenden Tag dann leider Andreas. Seinem Vortrag über Membership, Role Management und Login Controls fehlte es meiner Meinung nach einfach an Vorbereitung. Es funktionierte leider kaum ein Sample, und bei den Slides hatte ich den Eindruck, dass er sie zuvor noch nie gesehen bzw. gelesen hatte. Das machte das Ganze einfach sehr anstrengend und verärgerte mich auch ziemlich, zumal der Tag mit seiner Einführung in MasterPages, Themes und Profiles eigentlich richtig gut angefangen hatte. Am Ende des Tages war ich dann aber schon ziemlich bedient, um nicht zu sagen, ich kam mir leicht verarscht vor ...
Mittwoch
Skeptisch ging es dann in den dritten Tag. Christian Holm stellte die neuen WebParts-Features in ASP.NET 2.0 vor. Trotzdem der Part eigentlich für Alex vorbehalten war, der wohl aus Termingründen leider absagen musste, lief es da deutlich besser. Christian schien in der Materie drin zu stecken, und so machte es auch Spaß an den Samples zu bauen bzw. sich Stück für Stück in das Thema einführen zu lassen. Trotzdem ich bezweifle, dass ich diesen Teil von ASP.NET 2.0 jemals praktisch einsetzen werde, lief es an diesem Tag endlich so, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Donnerstag
Besuch aus Wien stand an - Klaus Aschenbrenner referierte über SQL Server 2005 und SQL Server 2005 Express. Auch wenn wir zeitbedingt nicht alle Themen durchbekamen, so war es doch eine ganz gute Einführung in die Neuerungen die uns der neue SQL Server, der mehr ein Application Server als ein Datenbank Server sein wird, bringen wird. Auch wenn mir spätestens ab 15 Uhr der Kopf rauchte und ich nicht mehr alle Samples mitprogrammierte, war es definitiv einer der besten Vorträge der Woche.
Freitag
Chris packte am letzten Tag des Camps die richtig harten Sachen aus: Advanced ASP.NET 2.0. Providermodell, Asynchrone Seiten, Virtual Path Provider, Compilation Provider und mehr. Das letzte große Thema, Lokalisierung, habe ich leider nicht mehr mitbekommen. Schade deswegen, weil es da wohl eine lebhafte Diskussion zu gegeben hat (Kommentare?).
Nachdem dann jedenfalls auch Hans angefangen hatte Solitär zu spielen, beschlossen wir, dass es besser wäre, heimzufahren. Wir verließen das Camp dann also Freitag nachmittag gegen 16.30 Uhr als erste.
Zusammenfassend bleibt in jedem Fall zu sagen, dass es trotz der inhaltlichen Startschwierigkeiten eine tolle Woche war. Ich verüble es auch niemandem, dass er noch nicht alle Fragen zu den dargebotenen Themen beantworten konnte, schließlich ist die Technologie für alle recht neu.
Zur Organisation: eine kleine Vorstellungsrunde wäre wünschenswert gewesen, denn ich weiß zum Beispiel von 2, 3 Leuten bis heute nicht ihren Namen. Außerdem hätte es eine kleine Mikrofon-Unterstützung für die Speaker auch getan, denn gerade Andreas aber auch Klaus waren stellenweise nur schwer zu verstehen (rein akkustisch natürlich ;-)).
Ich weiß auch nicht wie es den anderen ging, aber bei mir ließ die Konzentration meist ab 15 Uhr rapide nach. 10 Stunden Konzentration am Stück, nur unterbrochen durch kleine Pausen, in der man auch nicht wirklich entspannen konnte, weil man sich zw. Informationsbeschaffung, sprich Internet, und Beine vertreten entscheiden musste, sind einfach zu viel gewesen.
Das Mittagsbuffet war übrigens absolut in Ordnung, das Schnitzel am Mittwoch war besser, als das, was ich am Vortrag für 10 EUR im Hotel gegessen hatte ;-).
Rein "privat" war es natürlich wie immer bei solchen Veranstaltungen bunt gemischt. Insgesamt waren wir allesamt deutschsprachige Leute aus 4 Ländern (Schweiz, Österreich, Deutschland, Italien). Die Österreicher konnte ich fast immer halbwegs verstehen, der Südtiroler Akzent war kaum zu verstehen und bei unserem Schweizer war dann alles zu spät *hehe* - aber irgendwie ging es dann schon :).
Es war aber interessant zu sehen, "wie die Leute ticken" und natürlich auch mal ein paar der Gesichter live zu sehen, die man so schon jahrelang via Forum, Mailingliste oder ICQ her kennt, oder zumindest meinte zu kennen.
Was bleibt noch zu sagen? Vielleicht, dass man mit einem Haflinger Puch 700C doch nicht auf Bundestraßen fahren sollte.

Wenn dem nämlich einfällt, dass er kein Benzin mehr durch seine Leitungen fließen haben will, bildet sich schnell eine kleine Schlange ungeduldiger Autofahrer ;-)
Hier übrigens noch ein kleines Gruppenfoto, aufgenommen am Mittwoch abend in irgendeiner Kneipe in nem ehemaligen Bauernhof irgendwo im Nirgendwo(Nirgendwo deshalb, weil der oben abgebildete Haflinger-Fahrer uns eine halbstündige Abenteuerfahrt dahin schenkte, nachder jeder auch noch den letzten Funken Orientierung verlor *g*):

Das offizielle Gruppenfoto kommt natürlich auch noch ins Archiv:

(der, der hinter Andreas steht und so dumm grinst, der bin ich)