Ich habe heute einige Zeit damit aufgewendet, online eine alte Freundin von mir aufzuspüren, zu der ich schon seit mehr als 6 Jahren keinen Kontakt mehr habe. Ich habe es nicht geschafft.

Sie hat noch nicht einmal einen Telefonanschluss bei einem der Verzeichnisse gemeldet, weder GoYellow, noch Das Örtliche noch 11883 (die Werbung hat gezogen bei mir) finden sie. Auch bei Google gibt es nichts. Kein Foto, nicht ein einziges Suchergebnis. Dabei hat sie einen weltweit wohl ziemlich einzigartigen Namen. No way.

Nach dem ersten Kopfschütteln darüber, wie man es im Jahr 2006 schaffen kann, das Internet konsequent zu ignorieren, stellte sich mir die Frage, ob das wirklich so verkehrt ist. Sieht man mal von all dem Nutzen ab, den uns mir das Netz im alltäglichen Leben bringt, hat es doch auch Vorteile, wenn man von den vielen Datenkraken nicht erfasst wird.

Ich brauche ja nicht viel darüber schreiben, was so alles über meine Person online verfügbar ist, und wohl für eine Ewigkeit verfügbar bleiben wird. Wahrscheinlich lässt sich bald schon mit einem kleinen Tool, was dieses Blog durchparst ein exaktes Persönlichkeitsprofil von mir erstellt, was mich dann im Zweifel für kreditwürdig - oder eben nicht - befindet.

Der Freundin habe ich übrigens an die Adresse ihrer alten Wohnung einen Brief geschrieben, wie es sich gehört handschriftlich. Nun kann ich nur hoffen, das er sie erreicht. Irgendwie, irgendwann, irgendwo. So ganz ohne Empfangs- und Lesebestätigung. ;-)

Kommentare

#1 manuel schrieb am Donnerstag, 1. Juni 2006 04:49:00:
ich habe solche recherchen vor einiger zeit mal mit leuten aus meiner grundschule angestellt, einfach um mal zu schauen wie so der „gemeine bürger“ durch google „ausfindig“ gemacht werden kann. von vielleicht 15-16 personen deren voller name mir noch eingefallen ist, habe ich glaube ich gerade mal 3 oder 4 leute gefunden, von denen ich aber nichtmal weiß, ob es auch wirklich diejenigen leute waren.

manchmal beneide ich solche leute schon, wenn ich mir vor augen halte das mein name zeitweise rund 40.000 treffer bei google lieferte.

das kann man aber positiv und negativ zugleich sehen: von leuten, von denen man definitiv gefunden werden will (alte freunde z.b.) wird man ganz sicher auch gefunden. leider dafür aber auch von leuten, von denen man vielleicht eher nicht gefunden werden möchte …

ich hab bereits mehrfach beide seiten kennenlernen dürfen.
#2 Kai schrieb am Donnerstag, 1. Juni 2006 09:09:00:
Wenn Du den Namen und das Geburtsdatum hast kannst Du, zumindest in Niedersachsen, beim Einwohnermeldeamt nachfragen wohin die Person X gezogen ist. Diese Auskunft ist meinem Wissen nach auch kostenlos.

Vielleicht hilft Dir das ja die Freundin zu finden, wenn der Brief, als "Unbekannt verzogen" deklariert, wieder zurückkommt.
#3 Thomas schrieb am Donnerstag, 1. Juni 2006 09:33:00:
In den USA gibt es Datenbanken, die schön mit Karten-Services verknüpft sind, und über die du dann in deiner Wohgegend rausfinden kannst, wo welcher verurteilte Sexual-Straftäter wohnt. Du bekommst dann ne komplette Akte samt Foto von ihm.

Das nenne ich dann Web 2.0.
#4 deedee schrieb am Donnerstag, 1. Juni 2006 10:57:00:
Ja und seit wir Blogs, personalisierte Suchen (GoogleToolbar etc.), Web 2.0, usw. nutzen braucht man sich wohl nicht mehr zu verstecken, da hilft nur gezielt Falschinformationen zu streuen, ein Zeugenschutzprogramm oder ne Gesichts-OP ... ;-) Wobei ja auch jeder X-beliebige Streifenpolizist in seinem Dienstfahrzeug sich mal schnell Deine Akte ansehen kann wo selbst kleine Jugendsünden die schon Jahre her sind, zumindest vermerkt sind...
Frei nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert,lebt es sich ganz ungeniert..."
#5 Hans Pickelmann schrieb am Donnerstag, 1. Juni 2006 19:00:00:
Die Profiler (auf Deutsch: Tatortanalytiker) der Bullen werden demnächst arbeitslos ;-)

dafür gibts ja die Datensammlungen von Google, Amazon usw...

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