Ich habe heute einige Zeit damit aufgewendet, online eine alte Freundin von mir aufzuspüren, zu der ich schon seit mehr als 6 Jahren keinen Kontakt mehr habe. Ich habe es nicht geschafft.
Sie hat noch nicht einmal einen Telefonanschluss bei einem der Verzeichnisse gemeldet, weder GoYellow, noch Das Örtliche noch 11883 (die Werbung hat gezogen bei mir) finden sie. Auch bei Google gibt es nichts. Kein Foto, nicht ein einziges Suchergebnis. Dabei hat sie einen weltweit wohl ziemlich einzigartigen Namen. No way.
Nach dem ersten Kopfschütteln darüber, wie man es im Jahr 2006 schaffen kann, das Internet konsequent zu ignorieren, stellte sich mir die Frage, ob das wirklich so verkehrt ist. Sieht man mal von all dem Nutzen ab, den uns mir das Netz im alltäglichen Leben bringt, hat es doch auch Vorteile, wenn man von den vielen Datenkraken nicht erfasst wird.
Ich brauche ja nicht viel darüber schreiben, was so alles über meine Person online verfügbar ist, und wohl für eine Ewigkeit verfügbar bleiben wird. Wahrscheinlich lässt sich bald schon mit einem kleinen Tool, was dieses Blog durchparst ein exaktes Persönlichkeitsprofil von mir erstellt, was mich dann im Zweifel für kreditwürdig - oder eben nicht - befindet.
Der Freundin habe ich übrigens an die Adresse ihrer alten Wohnung einen Brief geschrieben, wie es sich gehört handschriftlich. Nun kann ich nur hoffen, das er sie erreicht. Irgendwie, irgendwann, irgendwo. So ganz ohne Empfangs- und Lesebestätigung. ;-)