Spiegel Online schreibt über einen angeblichen Besuch "Im Knast der armen Teufel". Der interessanteste Teil des Artikels findet sich aber am Ende:

"Unterdessen ist es in Afghanistan zu ersten Protesten gegen eine mögliche Freilassung des Gefangenen gekommen. Im nordafghanischen Masar-i-Scharif skandierten mehrere hundert aufgebrachte Demonstranten nach Polizeiangaben anti-westliche Parolen. "Bush, hör auf, Dich in unsere Religion einzumischen, für Deine Religion ist hier kein Platz", lautete eine der Parolen.

Nach Angaben von Augenzeugen sollen an dem lauten aber friedlichen Protest, zu der konservative Geistliche aufgerufen hatten, etwas 500 Menschen teilgenommen haben. Die Sicherheitskräfte in Kabul erwarten bei einer möglichen Freilassung in ganz Afghanistan ähnliche Aufmärsche. Für Kabul gab es jedoch bisher keine Ankündigungen solcher Demonstrationen."

Ganz ehrlich - wer jemanden dafür töten will, dass er seinen Glauben gewechselt hat - der ist geisteskrank.

Ginge man einmal vom Worst Case aus, würde der Mann hingerichtet. Ganz ehrlich: das ließe sich für mich persönlich nicht mehr mit dem Bundeswehr-Einsatz in diesem Land, in dem immerhin das größte Kontingent unserer Soldaten im Ausland steht, vereinbaren. Wie will man einem Land zum Fortschritt und Wiederaufbau verhelfen, wenn es sich selbst einer primitiven und menschenverachtenden Gesetzgebung aus dem geistigen Mittelalter unterwirft? Ich finde das sollte mal diskutiert werden, mit offenem Ausgang versteht sich.

Aber Glaubens- und Meinungsfreiheit in allen Ehren, hier ist Schluss.

Es steht übrigens jedem frei, seine Meinung via E-Mail an den afghanischen Botschafter in Deutschland kund zu tun ...

Kommentare

#1 blog@geniali.ch (Roland Schumacher) schrieb am Dienstag, 28. März 2006 08:00:00:
Bin deiner Meinung. Für diesen Glaubenskrieg bringe ich kein Verständnis mehr auf.

Roland Schumacher
http://blog.geniali.ch/

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